Abhilfe bei niedrigen Bildraten

Hier zeigen wir einige Methoden, wie du mit der Hardware, die du bereits hast, die Bildrate verbessern kannst.1

Nahezu jeder Spieler hat sich schon einmal über niedrige Bildraten geärgert. Oft läuft das Spiel am Anfang gut, kommt dann aber ins Stottern, sobald eine der Spielfiguren in komplexere Umgebungen kommt, z. B. in eine große Stadt. Zunächst sieht alles aus wie eine Slideshow, dann werden die Bewegungen bei schnellen Kameraschwenks immer abgehackter und schwankende Objekte wie Haare oder Fahnen bewegen sich weniger fließend.

Das alles führt zu einem wenig fesselnden Spielerlebnis – was ist aber die Ursache hierfür? Die in Einzelbildern pro Sekunde (Frames per Second, fps) gemessene Bildrate gibt an, wie oft die Grafikhardware den Bildschirminhalt in jeder Sekunde neu aufbaut. Sowohl Grafikcontroller als auch CPU und RAM sind daran beteiligt, die Geometrie, Texturen, Beleuchtung und Effekte zu generieren, die in einem dieser Einzelbilder (Frames) enthalten sind.

Sowohl Grafikcontroller als auch CPU und RAM sind daran beteiligt, die Geometrie, Texturen, Beleuchtung und Effekte zu generieren, die in einem dieser Einzelbilder (Frames) enthalten sind. Eine niedrigere Bildrate kann durch nicht optimierten Programmcode, Funktionsstörungen oder Einstellungen im Spiel verursacht werden, die eine stärke Arbeitsbelastung verursachen, als die Hardware bewältigen kann.

Die Angabe der Einzelbilder pro Sekunde wurde nicht erst für Spiele erfunden: Spielfilme werden traditionell mit 24 Bildern pro Sekunde projiziert, was bedeutet, dass in jeder Sekunde 24 Standbilder auf der Leinwand erscheinen. Bei Computerspielen können 24 fps jedoch holprig und unnatürlich wirken.

Wenn man sich in einem direkten Vergleich Spiele mit 30 fps und 60 fps ansieht, ist der Unterschied sofort erkennbar: Je höher die Bildrate, desto flüssiger und naturgetreuer wirkt das Spiel. PC-Spiele erreichen oft höhere Bildraten als die Konsolenspiele der aktuellen Generation; der eigentliche Vorteil von PC-Spielen besteht aber in der Freiheit, die Einstellungen optimieren zu können und die Bildrate zu finden, die am besten zu deiner Hardware und insbesondere zu deinem Monitor passt.

Die Bildfrequenz (auch Bildwiederholfrequenz) des Monitors ist eine gute Zielvorgabe für die Einstellung der Bildrate im Spiel. Wenn dein Monitor eine Bildfrequenz von 60 Hz hat, wirst du keine Vorteile bei Bildraten über 60 fps bemerken, weil der Monitor den sichtbaren Bildschirminhalt nicht schnell genug aktualisiert, um mit der Ausgabe deiner GPU Schritt halten zu können. Wenn du bereits ein Display mit einer höheren Bildwiederholfrequenz besitzt, z. B. mit 144 Hz, wirst du die Vorteile einer höheren Bildrate sofort sehen.

Wie kannst du also bessere Bildraten erreichen? Dabei können eine schnellere CPU, mehr RAM oder eine neuere Grafikkarte helfen. Zunächst solltest du allerdings die Software updaten und die Einstellungen anpassen, um zu sehen, ob so größere Bildraten ohne umfangreiche Änderungen an deinem System erreicht werden können.

Lass uns einige mögliche Lösungen durchgehen.

Allgemeine Korrekturen

Programme im Hintergrund schließen
Stelle zuerst sicher, dass keine anderen Programme den Spielfluss verlangsamen. Öffne den Task-Manager mit (Strg+Umschalt+Esc) und sieh nach, ob irgendein Programm große Teile der CPU oder des Arbeitsspeichers auslastet (z. B. ein Webbrowser mit Dutzenden geöffneter Tabs).

Games updaten
Stelle als nächstes sicher, dass dein Spiel auf dem neuesten Stand ist. Besonders zu Beginn des Lebenszyklus eines Spiels veröffentlichen die Entwickler Patches, die erhebliche Auswirkungen auf die Leistung haben können. Aktiviere automatische Updates, um sicherzustellen, dass du keines verpasst.

Treiber updaten
Aktualisiere deine Treiber. Neue Grafiktreiber für separate GPUs und integrierte GPUs werden regelmäßig veröffentlicht, um die Leistung für aktuelle Spiele zu optimieren. Verwende das Utility des Herstellers, um diese Treiber herunterzuladen.

Wenn du einen Intel® Core™ Prozessor der 4. oder einer späteren Generation mit integrierter Grafiktechnik benutzt, versuche, das Spiel auf gameplay.intel.de zu finden, um dort Empfehlungen für die Einstellungen zu erhalten. Utilitys für separate Grafikkarten können auch automatisch installierte Spiele erkennen. Wenn dein Grafikutility über diese Funktion verfügt, solltest du sicherstellen, dass es das Spiel erkannt hat, das du spielen willst. Dies kann eine sofortige Leistungssteigerung bewirken.

Installationen reparieren
Wenn Leistungsprobleme in einem Spiel ungewöhnlich schwerwiegend sind, kannst du versuchen, die Installation zu „reparieren“. Bei Steam kannst du dazu den Bibliothek-Tab (Library) öffnen, mit der rechten Maustaste auf das Spiel klicken und anschließend auf Eigenschaften (Properties) klicken. Sobald du dich im Eigenschaftenfenster befindest, klicke auf den Tab für lokale Dateien (Local Files) und dann auf „Spiel-Dateien auf Fehler überprüfen“ (Verify Integrity of Game Files).

Einstellungen im Spiel

Bei den meisten Spielen läuft nach der Installation automatisch ein Test auf deinem PC ab, und es werden benutzerdefinierte Einstellungen zugewiesen. Beim Lesen dieses Artikels ist dir aber vielleicht aufgefallen, dass diese Einstellungen der Bildrate nicht die gewünschte Priorität einräumen. Hier sind einige allgemeine Einstellungen, die reduziert oder abgeschaltet werden können, um spürbare Leistungssteigerungen zu erreichen.

Shadow -Einstellungen können eine Reihe von Shadow-Mapping-Techniken betreffen, die unterschiedliche Auswirkung auf die Leistung haben, von CPU-intensiven Schattenvolumen bis hin zu GPU-intensiven Techniken wie Raytracing, das alle von jeder einzelnen Lichtquelle ausgehenden Strahlen berechnet. Diese Techniken helfen dabei, gezackte Kanten zu glätten, die Schatten werfenden Konturen exakt darzustellen und auch, dass die Schatten den Bewegungen ihres jeweiligen Ursprungs korrekt folgen.

Höhere Werte bei diesen Einstellungen führen zu besser geglätteten Schatten; sie in Mittelstellung zu belassen oder zu reduzieren kann dagegen mit geringen sichtbaren Auswirkungen in temporeichen Spielen eine höhere Bildrate bewirken.

Antialiasing (AA) glättet gezackte Kanten (ein Aliasing genanntes Artefakt), die auf digitalen Objekten erscheinen und aus quadratischen Pixeln bestehen. Die Techniken zur Glättung der Kanten verwenden Pixel-Muster auf dem Bildschirm, um die korrekte Farbe benachbarter Pixel abzuschätzen und füllen dann die Lücken damit aus, um die Zacken auszugleichen.

Die Größe der verwendeten Muster zu reduzieren (z. B. von 4x auf 2x) ein guter erster Schritt zur Leistungssteigerung. Nun kannst du von hier aus nach AA-Techniken suchen, die das Spiel als weniger anspruchsvoll für die GPU identifiziert: FXAA zum Beispiel hat eine geringere Auswirkung als MSAA. Wenn du immer noch mit Leistungsproblemen zu kämpfen hast, kannst du auch versuchen, die Kantenglättung ganz auszuschalten und prüfen, ob dich die gezackten Kanten sehr stören.

Antialiasing kann erreicht werden, indem eine Version der Szene mit höherer Auflösung erstellt wird, daraus dann die Daten für Farbmuster entnommen werden und dann das Bild heruntergerechnet (im Wesentlichen verkleinert) wird, um der Bildschirmauflösung zu entsprechen. MSAA (Multisample Anti-Aliasing) ist eine der Techniken, mit der dies durch Erkennung von Kanten und deren Glättung realisiert wird.

Im Gegensatz dazu ist FXAA (Fast approximate Anti-Aliasing) eine Nachbearbeitungstechnik, die erst einsetzt, nachdem das Rendern abgeschlossen ist. Sie verwischt gezackte Linien, statt ihr Aussehen durch Downsampling zu verbessern, was weniger Einfluss auf die Gaming-Leistung hat als MSAA.

TXAA ist eine Form des „Temporal Anti-Aliasing“ (TAA), bei dem Daten aus mehreren Einzelbildern (Frames) verwendet werden. TXAA dient in erster Linie der Verbesserung des Erscheinungsbildes von sich bewegenden Objekten und hat eine variable Auswirkung auf die Gaming-Leistung.

Dynamische Reflexionen können von deiner Hardware erfordern, dass dieselbe Szene zweimal gerendert wird, was eine erhebliche Belastung für die GPU sein kann. In einem tempogeladenen Shooter-Game wirst du kaum dazu kommen, innezuhalten, um die in einem Fenster gespiegelte Action zu bewundern. Versuche, die Qualität von Reflexionen zu beschneiden und herauszufinden, ob dadurch zusätzliche Frames gewonnen werden.

Umgebungsverdeckung (Ambient Occlusion) verbessert die Darstellung von Kontaktstellen benachbarter Texturen, Lichtquellen und Schatten. Es ist ein feines Detail, das du eventuell herunterregeln (oder ausschalten) könntest, bevor die Qualität der Texturen selbst reduziert wird.

Volumetrische Beleuchtung macht Lichtstrahlen sichtbar, um eine Tiefenwirkung zu erzielen, sodass Spieler Staubteilchen oder andere Partikel wie Rauch sehen können, die sich durch die Lichtstrahlen hindurch bewegen. Diese Lichtvolumen beeinträchtigen die Leistung in einigen Spielen erheblich.

Bewegungsunschärfe-Effekte simulieren die Funktionsweise einer herkömmlichen Kamera durch Verwischen von Hintergrundobjekten, wenn der Spieler eine schnelle Drehung vollführt. Dies kann zwar helfen, niedrige Bildraten zu verschleiern, doch der künstliche Effekt hat oftmals selbst Auswirkungen auf die Leistung. Wenn dir der kinoartige Look lieber ist, dann lass' diese Einstellung eingeschaltet; wenn du aber digitale Klarheit bevorzugst, dann schau dir an, wie das Spiel aussieht, wenn du die Funktion abschaltest.

Und schließlich hat die Auflösung eine enorme Auswirkung auf die Gaming-Leistung. Mehr Bildpunkte (Pixel) in jedem Einzelbild bedeutet mehr Renderingaufwand für die GPU. Wenn du bei 1080p nicht die gewünschte Leistung bekommst, dann überlege dir eine Reduzierung der Auflösung auf 720p, wodurch sich das Spielvergnügen enorm verbessern kann, ohne große Abstriche am Look des Spiels machen zu müssen. Probiere es aus und urteile selbst, ob der Gewinn an Bildrate den Verlust an sichtbarer Genauigkeit wert ist.

Bei einigen Spielen gibt es einen Schieberegler mit der Bezeichnung „Render Scaling“ für die Änderung der Bildqualität durch Supersampling oder Subsampling. Bei einer Einstellung über 100 % erscheint die Bildwiedergabe durch Rendern mit einer höheren Auflösung und anschließendes Herunterrechnen (Schrumpfen) auf die Auflösung deines Displays geringfügig schärfer. Unter 100 % geschieht das Umgekehrte – das Bild wird mit geringerer Auflösung gerendert und dann wieder entsprechend der Auflösung deines Displays gestreckt. Dadurch wird die Bildschärfe reduziert und die Leistung verbessert. Elemente der Statusanzeigen (Head-up-Display, HUD), wie etwa die Anzeige der Lebensenergie im Balkenformat, sind diesem Schrumpfungsprozess nicht unterworfen, weshalb der Gesamteffekt zu einem ansprechenderen Resultat führen kann, als die Auflösung direkt zu verringern.

Während du bei einer Grafikdemonstration im Einzelspielermodus vermutlich nicht auf eine höhere Auflösung verzichten wolltest, sieht die Abwägung für die Online-Action oft anders aus. Bei Wettkampfspielen, in denen schnelle Reaktion gefragt ist, bleiben viele Spieler bei 1080p oder darunter, weil sie so konstant höhere Bildraten erzielen können. Eine Mehrheit von Profis sagt, dass sie mit einer 1080p-Auflösung und hohen Bildraten (144 fps oder besser) spielen.

Game-spezifische Einstellungen

Wenn dir ein Update deiner Treiber oder deines Spiels nicht hilft, bessere Bildraten zu erhalten, bleibt dir in der Regel nichts anderes übrig, als die Einstellungen von Hand anzupassen. Wenn dem so ist, dann überlege dir, zuerst die drei besonders leistungshungrigen Features zu begrenzen: Schatten, Reflexionen und Beleuchtung. Dann kannst du dich online nach Support-Threads umsehen, in denen leistungskritische Optionen besprochen werden, die spezifisch für dein jeweiliges Spiel sind.

Falls du der Meinung sein solltest, dass du zu viel deiner Grafikeinstellungen opfern must, um die gewünschte Bildrate zu erzielen, gibt es immer noch eine andere Option: ein Upgrade auf ein neues System mit schnellerer GPU und CPU. Eine neuere Grafikkarte kann dir dazu verhelfen, Szenen schnell mit höherer Auflösung zu rendern, und mehr CPU-Power kann deinem System helfen, mit einer großen Anzahl von Objekten im Bild und Nachverarbeitungseffekten zurechtzukommen. Falls es die Hardware, die du gerade hast, nicht bringen kann, dann überlege dir die Anschaffung eines neuen Systems, das für anspruchsvolles Gaming gedacht ist.

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