CPU übertakten: Wie man den Intel® Core™ Prozessor mit freiem Multiplikator übertaktet

Die Übertaktung einer CPU muss nicht kompliziert sein. Wir behandeln die grundlegende Funktionsweise des Übertaktens und erklären, warum diese Vorgehensweise wünschenswert sein kann, und wir erörtern die bewährten Methoden, um eine stabile Übertaktung zu erzielen.1 2 3 4

Das Übertakten Ihrer CPU ist eine großartige Möglichkeit, um noch mehr Leistung aus Ihrer Hardware herauszuholen. Der Prozess mag komplex erscheinen, aber die Grundlagen für das Übertakten sind eigentlich recht einfach. Wir werden die Grundlagen des Übertaktens erklären und erläutern, wie es funktioniert, Außerdem werden wir Ihnen einige Möglichkeiten zeigen, wie Sie selbst sicher übertakten können.

Wir haben detaillierte Anweisungen zu zwei gängigen Übertaktungsmethoden bereitgestellt. Bei der ersten und einfachsten Methode geht es um die Nutzung des Intel® Extreme Tuning Utility (Intel® XTU). Diese All-in-One-Software erledigt die schwierigste Arbeit für Sie und ermöglicht einen optimierten Übertaktungsprozess, der perfekt für Anfänger geeignet ist.

Wenn Sie einen mehr auf die Praxis ausgerichteten, anpassbaren Ansatz wünschen, lesen Sie hier, wie Sie mithilfe des BIOS eine manulle Übertaktung erzielen können. Außerdem können Sie erfahren, wie Sie die Intel® Performance Maximizer (Intel® PM) Übertaktungssoftware einsetzen können, um diesen Prozess automatisch durchzuführen, wenn Sie über einen Gen Intel® Core™ Prozessor der letzten Generation verfügen.

Ansonsten werden wir mit den Grundlagen beginnen und Sie mit den erforderlichen Informationen vertraut machen, um mit der Übertaktung Ihrer CPU beginnen zu können.

Durch eine Änderung der Taktfrequenz oder Betriebsspannung können beliebige Produktgarantien erlöschen und die Stabilität, Leistung und Lebensdauer des Prozessors und anderer Komponenten reduziert werden.

CPU-Grundlagen

Die CPU (Central Processing Unit) ist das Gehirn Ihres Computers, ein komplexes und leistungsstarkes Hardware-Gerät. Die CPU soll die enorme Anzahl an Berechnungen jeder Sekunde durchführen, die das moderne PC-Erlebnis ermöglichen.

Die Rechengeschwindigkeit eines Prozessors ist stark abhängig von seiner Betriebsfrequenz, die auch als CPU-Taktfrequenz, CPU-Frequenz oder Taktrate bezeichnet wird. Je höher diese Frequenz, desto schneller kann Ihr Prozessor die große Anzahl an Berechnungen ausführen, die Ihr System für den ordnungsgemäßen Betrieb benötigt.

Die Grundlagen der Übertaktung

Um einen Prozessor zu übertakten, erhöht der Übertakter absichtlich die CPU-Betriebsfrequenz über die ursprünglichen Standardspezifikationen. Da die Prozessorfrequenz die effektive Rechengeschwindigkeit der CPU stark beeinflusst, besteht das ultimative Ziel darin, die Frequenz der CPU zu erhöhen, um eine schnellere Leistung zu erzielen.

Die CPU-Frequenz wird durch drei Faktoren bestimmt:

  1. BCLK oder Basistaktfrequenz. Dies ist die Basisfrequenz Ihrer CPU, die normalerweise in GHz gemessen wird.
  2. Multiplikatoren oder „Kern-Multiplikatoren“. Für jeden CPU-Kern gibt es einen einzigen Multiplikator. Diese Multiplikatoren werden auf die Basistaktfrequenz angewendet; das Ergebnis ist die Kernfrequenz, die häufig in GHz gemessen wird.
  3. Vcore oder Kernspannung. Dies ist der Hauptspannungseingang zum Prozessor. Höhere Spannungsebenen sind erforderlich, um höhere stabile CPU-Frequenzen zu erhalten, da höhere Geschwindigkeiten mehr Leistung erfordern. Eine höhere Kernspannung führt auch zu einer höheren Wärmeabgabe und einem höheren CPU-Stromverbrauch.

Einfach ausgedrückt: BCLK x Multiplikator = CPU-Kernfrequenz

Beispiel: 100 MHz (BCLK) x 44 (Kern-Multiplikator) = 4400 MHz = 4,4 GHz. Diese Zahl in GHz ist die Zahl, die Sie wahrscheinlich am häufigsten in grundlegenden Spezifikationen für CPU-Geschwindigkeiten vorfinden werden.

Um die CPU-Frequenz während einer Übertaktung zu erhöhen, erhöhen wir die Multiplikatoren in Intervallen von +1, indem wir die Frequenz unseres Prozessors systematisch um jeweils 100 MHz erhöhen und dann auf Erfolg und Stabilität testen. Wir werden diesen Prozess fortsetzen, bis wir die Grenzen dessen erreichen, was mit der Hardware möglich ist.

Neben einer Anpassung der Frequenzen erfordert der Übertaktungsprozess möglicherweise auch, dass Sie bestimmte Spannungen erhöhen und andere Leistungseinstellungen am System vornehmen, um die Stabilität bei hohen Frequenzen aufrechtzuerhalten.

Für die Übertaktung erforderliche Hardware

Nachdem wir nun die Grundlagen erläutert haben,werden wir uns der Hardware zuwenden, die Sie zur Durchführung einer Übertaktun benötigen.

Es ist wichtig, dass Sie eine angemessene Kühllösung verwenden, wenn Sie versuchen, Ihre CPU zu übertakten. Höhere Geschwindigkeiten und Spannungen bedeuten, dass die CPU mehr Wärme generiert, und dies wiederum bedeutet, dass eine effizientere Kühllösung erforderlich ist, um den sicheren Betrieb der CPU zu gewährleisten. Ein leistungsstarker CPU-Kühler ist beim Übertakten von entscheidender Bedeutung.

Außerdem benötigen Sie eine CPU, deren Bezeichnung mit einem K oder X endet, z. B. den Intel® Core™ i9-9900K Prozessor. Die Endung „K“ und „X“ der K- bzw. X-Serie weist darauf hin, dass die Frequenzmultiplikatoren auf dem Gerät nicht gesperrt sind und somit ein Übertakten zulassen. Weitere Informationen zu Intel® Prozessornamen und -bezeichnungen finden Sie in dieser Aufschlüsselung der CPU-Namen.

Außerdem benötigen Sie eine Hauptplatine, die das Übertakten zulässt. Es gibt eine Vielzahl von Herstellern. Je nach CPU sollten Sie jedoch eine Hauptplatine aus der Z-Serie, z. B. eine Z390-Hauptplatine, oder aus der X-Serie, z. B. eine X299-Hauptplatine auswählen. Diese Chipsätze bieten integrierte Unterstützung für Übertaktung und andere Funktionen, die Ihr Erlebnis weiter erhöhen können.

Um verschiedene Marktspezifikationen zu erfüllen, ist es möglich, dass zwei identische Z-Chipsatz-Hauptplatinen nicht dieselben Funktionen aufweisen. Wählen Sie eine Hauptplatine, die für Ihre Anforderungen geeignet ist. Weitere Informationen zum Auswählen eines Mainboards finden Sie hier.

Festlegen des Leistungsausgangswerts

Da Sie nun über die Hardware, einschließlich der richtigen CPU, Hauptplatine und Kühllösung verfügen, können Sie mit dem Übertakten beginnen.

Der erste Schritt besteht darin, die aktuelle Leistung Ihres Systems bei den Standardeinstellungen zu messen. Dieser Schritt muss durchgeführt werden, bevor Sie Änderungen vornehmen. Auf diese Weise können Sie Probleme leicht identifizieren und Leistungsänderungen nachverfolgen.

Verwenden Sie zum Festlegen eines Ausgangswerts eine Benchmarking-Software. Diese Softwaretools schätzen die effektive Rechenleistung Ihres Systems und ermöglichen die Verfolgung von Verbesserungen. Andere Tools helfen bei der Überwachung wichtiger Messdaten wie CPU-Taktfrequenz, Spannung und Temperatur in verschiedenen Phasen des Prozesses.

Mit diesem anfänglichen System-Benchmark soll geprüft werden, ob im Zustand vor der Übertaktung alles ordnungsgemäß funktioniert. Außerdem soll ein Ausgangswert festgelegt werden, um die Auswirkungen der Übertaktung auf die Leistung zu quantifizieren. Dadurch erhalten Sie einen Einblick in die Systemleistung und die Wirksamkeit Ihrer Kühllösung.

Profi-Tipp: Es macht keinen Sinn, ein bereits überhitztes System zu übertakten. Starten Sie alle Übertaktungssitzungen mit einer Bewertung der Leistung Ihres PCs im Ausgangszustand.

Beachten Sie, dass sich eine überhitzte CPU automatisch schützt und sich selbst drosselt, um die Wärmeabgabe zu reduzieren. Dadurch wird die Rechenleistung redziert, was sich auf Ihre Benchmark-Ergebnisse auswirken kann. In diesem Abschnitt finden Sie weitere Informationen zu den Schutzmechanismen, auf die Sie stoßen könnten.

Hier finden Sie einige wichtige Faktoren, die Sie bei der Durchführung Ihres ersten Tests überwachen sollten:

  • CPU-Spannung (Vcore): Was ist die CPU-Kernspannung während des Benchmarks? Prüfen Sie die Vcore-Werte unter Last anstatt im Leerlauf, da die Hauptplatine diesen Wert möglicherweise automatisch senkt, um den Stromverbrauch im Leerlauf zu senken.
  • CPU-Temperatur: Was ist die maximale Temperatur, die während eines Stresstests auf allen CPU-Kernen erreicht wird (Bündeltemperatur)? Und was ist die Temperatur am heißesten Kern? Denken Sie daran, während dieser Phase die Raumtemperatur zu berücksichtigen, da dies die Messwerte und die Leistung Ihrer Kühllösung beeinflussen kann.
  • Stromverbrauch des Systems: Was ist der maximale Stromverbrauch des Systems?
  • Benchmark-Wert: Was war der endgültige Wert von Ihrem Benchmark?

Wichtige Hinweise:

  1. Übertaktung beinhaltet die Verfolgung von vielen verschiedenen Zahlen. Wenn Sie Probleme haben, sich an diese Messungen zu erinnern, notieren Sie alle Zahlen in einer einfachen Tabelle oder auf einem Blatt Papier.
  2. Um mit bestimmten Benchmarks einen spezifischeren Ausgangswert zu erzielen, müssen Sie die Benchmarks möglicherweise mehrmals ausführen und ein Durchschnittsergebnis berechnen.
  3. Große Abweichungen zwischen den Messwerten der CPU-Kerntemperatur können auf Probleme bei der Kühlerbefestigung oder auf eine falsche Anwendung von Wärmeleitpaste hinweisen.

Übertaktung starten

Da Sie nun einen Ausgangswert ermittelt haben, ist es an der Zeit, mit der Übertaktung zu beginnen. Hier wird ein schrittweiser Ansatz empfohlen. Es wird empfohlen, kleine Änderungen vorzunehmen und diese zu testen, bevor Sie fortfahren. Auf diese Weise können Sie auftretende Probleme schnell beheben, da Sie die Änderung, die das Problem verursacht hat, leicht identifizieren können.

Erstmalige Übertaktung

Wie bereits erwähnt, gibt es mehrere Möglichkeiten, den schrittweisen Prozess der Übertaktung durchzuführen. Wir empfehlen, mit dem Intel® XTU zu beginnen, da es alle Tools bietet, die Sie zum Benchmarking, Ändern von Einstellungen und Testen der Systemstabilität benötigen.

Wenn Sie mehr Kontrolle über Leistung und Einstellungen wünschen, können Sie Ihre CPU auch über das BIOS Ihres PCs übertakten. Dies wird jedoch nur für fortgeschrittene Benutzer empfohlen. Aufgrund unterschiedlicher BIOS- und Hardwarekonfigurationen kann der schrittweise Prozess je nach System etwas anders ausfallen.

In jedem Fall sollten Sie zunächst die Kernmultiplikatoren Ihrer CPU anpassen, um die Zielfrequenz langsam zu erhöhen. Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass einige anfangs höher eingestellt sind als andere. Stellen Sie alle verfügbaren Kerne auf den gleichen Wert ein. In diesem Beispiel haben wir -2 verwendet, um alle Kerne auf 4,2 GHz einzustellen.

Ziel ist es, alle CPU-Kerne auf die gleiche Geschwindigkeit einzustellen, um sicherzustellen, dass wir über alle CPU-Kerne hinweg mit einer genau festgelegten Frequenz arbeiten.

Nachdem Sie Ihre CPU-Zeiteinstellung und die entsprechenden Spannungseinstellungen entweder mit dem Intel® XTU oder über Ihr BIOS angepasst haben, können Sie diese Änderungen übernehmen und Ihr System neu starten.

Nach dem Versuch einer Übertaktung

Nachdem Sie Änderungen an Ihren Systemeinstellungen vorgenommen, die Einstellungen übernommen und Ihr System neu gestartet haben, tritt eine von zwei Situationen auf:

  1. Ihr System ist stabil und Sie möchten die Übertaktung fortsetzen, um die Leistung zu verbessern. Wiederholen Sie in diesem Szenario den Vorgang des Erhöhens des CPU-Multiplikators um +1. Übernehmen Sie die neuen Einstellungen, führen Sie einen Neustart durch, und fahren Sie mit dem Abschnitt „Messen von Leistungssteigerungen“ fort.
  2. Ihr System ist nicht stabil, was bedeutet, dass es beim Neustart abstürzt oder einfriert.

Wenn Ihr System nicht stabil ist, haben Sie einige Optionen. Die erste Möglichkeit besteht darin, den Vcore zu erhöhen, um die erhöhte Frequenz auszugleichen, was zur Stabilisierung beitragen kann.

Beim Erhöhen der CPU Core Voltage ist zu beachten, dass der zusätzliche, durch die CPU laufende Strom deren Wärme erhöhen kann. Es ist wichtig, die niedrigste stabile Spannung in allen Situationen zu finden; daher sollte die Spannung nur schrittweise um jeweils 0,05 V erhöht werden. Dann wird der Wert übernommen und getestet, bis eine funktionsfähige Kombination von Einstellungen gefunden wird.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Frequenz zu verringern, indem der Multiplikatorwert verringert wird, bis das System stabil ist. Wenn Sie eine Spannungs-/Temperaturgrenze erreicht haben, ist dies möglicherweise Ihre einzige Option.

Wichtig: Bei Verwendung herkömmlicher Kühlmethoden wie Luft oder Flüssigkeit darf die Spannung niemals über 1,4 V betragen. Stellen Sie stets sicher, die maximale CPU-Temperatur für vorübergehende Bursts unter 100 °C und für längere Workloads bei maximal 80 ° C zu halten.

Weitere Informationen zu den CPU-Temperaturgrenzen finden Sie im Abschnitt „Verwalten von Stromverbrauch und Wärme“.

Hardwarebegrenzungen

Früher oder später werden Sie die Frenquenz-, Spannungs- und Temperaturbegrenzungen Ihres Systems erreichen. Diese Grenzwerte unterscheiden sich von einem System zum anderen.

Sobald der obere Schwellenwert erreicht ist, haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Versuchen Sie, den CPU-Cache zu übertakten. Dabei werden die gleichen Prinzipien wie oben eingesetzt, jedoch unter Verwendung des CPU-Cache-Multiplikators.
  • Versuchen Sie, den RAM zu übertakten. Die Speichergeschwindigkeit kann einen erheblichen Einfluss auf die Leistung haben. Hier finden Sie weitere Informationen zur RAM-Übertaktung.
  • Durchführung eines Upgrades auf eine bessere Kühllösung.
  • Prüfen Sie, ob Ihre Leistung durch Schutzmechanismen gedrosselt wird, und entscheiden Sie, ob Sie diese ruhigen Gewissens anpassen können. Nachfolgend finden Sie weitere Informationen über Schutzmechanismen.

Nachdem Sie die Änderungen übernommen und Ihr System erfolgreich neu gestartet haben, sollten Sie die Änderungen sowie die Stabilität und Leistung überprüfen.

Messen von Leistungssteigerungen

Eine effektive Leistungsmessung ist der Grundstein für eine erfolgreiche Übertaktung. Sie ist die einzige Methode zum Messen von Leistungssteigerungen.

Zuvor haben Sie anhand eines Benchmark-Tests Ihre Ausgangswerte für die Leistung ermittelt. Es ist jetzt an der Zeit, denselben Test erneut durchzuführen und die Ergebnisse zu vergleichen.

Das Übertakten ist ein iterativer Prozess. Wenn dies Ihr erster Versuch ist, erreicht der Leistungszuwachs möglicherweise noch nicht Ihr Ziel. Das ist normal Mit jeder weiteren Leistungsoptimierung nähern Sie sich schrittweise Ihren Leistungszielen.

Sobald Sie Ihren Benchmark erneut ausgeführt und die Ergebnisse verglichen haben, können Sie entweder fortfahren, um die Stabilität sicherzustellen, oder die Einstellungen weiter ändern, um die Leistung zu verbessern.

Profi-Tipp: Spannungseinstellungen sind ein wichtiger Teil der Übertaktung, aber zu wenig oder zu viel kann zu Instabilität führen. Ziehen Sie Änderungen in kleinen Schritten (z. B. +25–50 mV aus einem Bereich von 1,1 V) in Erwägung, um zu sehen, wie die Hardware reagiert. Notieren Sie die Temperatur nach jeder Spannungsänderung.

Stromverbrauch und Wärme

Die Überwachung des Stromverbrauchs und der Wärme sind wichtige Aspekte des Übertaktungsprozesses. In dieser Phase ist die Kühllösung ausschlaggebend dafür, ob Sie eine erfolgreiche Übertaktung erzielen.

Beachten Sie auch die obere Temperaturgrenze Ihrer CPU. Um die obere Temperaturgrenze Ihrer CPU zu ermitteln, gehen Sie zu dieser Seite und suchen Sie nach der „Tjunction“ Ihrer CPU. Im folgenden Beispiel sehen Sie, dass ein Intel® Core™ i7-9700K-Prozessor eine Temperaturgrenze von 100 °C aufweist. Ihre CPU darf die Temperatur nicht – auch nicht annähernd – unter Last erreichen. Eine Temperatur von etwa oder unter 80 °C ist für die meisten CPUs während des normalen Betriebs ideal. Stellen Sie daher sicher, dass die Ergebnisse Ihrer Übertaktung dies widerspiegeln.

Wenn die Temperaturen die angegebene Tjunction-Grenze überschreiten, besteht die Gefahr, dass die Hitze den Prozessor beschädigt. Es gibt Schutzmechanismen, die das Risiko minimieren; trotzdem sollten Sie stets die niedrigstmögliche Temperatur für eine bestimmte Leistungseinstellung auswählen, um die Langlebigkeit Ihrer CPU sicherzustellen.

Systemstabilität

Beim Übertakten stoßen Sie an die Grenzen Ihrer Hardware. Infolgedessen ist es möglich, dass Ihr System während dieses Vorgangs irgendwann instabil wird. Systeminstabilität kann sich manifestieren durch:

  • Stottern
  • Herunterfahren
  • Bluescreen-Fehlermeldung
  • Einfrieren

Diese Probleme bedeuten, dass Sie in Ihren Einstellungen auf ein Ungleichgewicht gestoßen sind. Kein Grund zur Sorge; dies gehört zum normalen Testprozesses, wenn Ihr System an seine Grenzen stößt. Sie können Ihr System einfach mit der Reset-Taste neu starten oder das System aus- und wieder einschalten, wenn der Reset-Schalter nicht anspricht.

Nun gibt es drei mögliche Ergebnisse:

  1. Das System startet selbst nach dem Aus- und Einschalten nicht. In diesem Fall ist eine CMOS-Löschung erforderlich, d. h., Sie löschen die BIOS-Einstellungen, um die Hauptplatine auf ihre Standardkonfiguration zurückzusetzen, und führen dann einen Neustart durch. Wenn das Problem weiterhin nicht behoben wird, versuchen Sie, den Fehler mithilfe dieser Strategien zu beheben.
  2. Das System startet neu. Das System hatte beim Absturz noch nicht die obere Temperaturgrenze erreicht. In diesem Fall heben Sie den Prozessor-Vcore leicht an und versuchen es erneut. Fügen Sie nicht mehr Spannung (Volt) hinzu als nötig, da dies zu einer höheren Wärmeabgabe und einer möglichen übermäßigen Belastung Ihrer CPU führt.
  3. Das System startet neu. Beim Absturz wurde die kritische Temperaturgrenze erreicht, und es wurden Schutzmechanismen aktiviert, um die CPU vor Überhitzung zu schützen. Sie haben den Grenzwert der Kühllösung Ihres Systems gefunden. In diesem Fall wird empfohlen, die Betriebstaktfrequenz Ihres Prozessors zu reduzieren, um innerhalb eines akzeptablen Temperaturbereichs auf einen stabileren Zustand zurückzukehren. Dazu müssen Sie möglicherweise den CPU-Vcore reduzieren, ein Upgrade auf eine robustere Kühllösung durchführen oder andere Einstellungen prüfen, die zu einer Leistungssteigerung führen können, die sich nur wenig auf Temperaturen auswirkt, z. B. CPU-Cache, Speicherfrequenz, Speichertiming oder Betriebssystemoptimierungen.

Der letzte Schritt der Übertaktung umfasst die Überprüfung der langfristigen Systemstabilität. Nur weil Ihr System neu startete und nicht sofort abstürzte, bedeutet dies nicht unbedingt, dass es rund um die Uhr einsatzbereit ist.

Um festzustellen, ob das System wirklich stabil ist, müssen längere und intensivere Stresstests durchgeführt werden. Mit speziellen Softwareanwendungen können wir die Langzeitstabilität unseres Systems unter verschiedenen Workloads überprüfen. Hier erfahren Sie mehr über Stabilitäts- und Stresstestsoftware.

Auf Nummer sicher gehen

Moderne PC-Hardware enthält normalerweise Schutzmechanismen, um das System vor möglichen Schäden durch Stromschwankungen oder Überspannung zu schützen.

Unter Umständen stoßen Sie beim Übertakten auf diese diese integrierten Abwehrmechanismen, von denen viele aus der Stromversorgung des Systems stammen. Möglicherweise können Sie die Parameter dieser Schutzmechanismen deaktivieren oder ändern. Dies wird jedoch nur empfohlen, wenn Sie sich Ihrer Vorgehensweise sehr sicher sind, da andernfalls die Hardware beschädigt werden könnte.

Nachfolgend finden Sie einen kurzen Überblick über einige der Schutzmechanismen, auf die Sie stoßen könnten:

Übertemperaturschutz (OTP): Diese Schutzvorrichtung begrenzt die CPU-Temperatur auf einen zuvor festgelegten Höchstwert. Wenn die Systemtemperatur zu hoch ist, drosselt Ihr PC die CPU automatisch (die Frequenz wird reduziert), um die Temperaturen wieder auf ein sicheres Niveau zu bringen. Dies führt zu einer Minderung der CPU-Leistung. Wenn diese thermische Drosselung immer noch nicht ausreicht, um die Temperaturen hinreichend zu senken, wird das System automatisch heruntergefahren.

Überstromschutz (OPP): Hauptplatinen sind so konzipiert, dass sie einen bestimmten Stromdurchsatz aufrechterhalten. Wenn der Stromverbrauch Ihrer CPU zu hoch ist, aktiviert Ihr System diesen Schutzmechanismus. Ähnlich wie bei OTP wird dadurch die Taktrate des Systems reduziert, um die Temperaturen zu senken, und das System wird möglicherweise heruntergefahren, wenn der Vorgang nicht erfolgreich ist.

Überstromschutz (OCP): Dies ist ein weiterer Schutzmechanismus, der auf allen PCs vorhanden ist. Mit steigender Spannung und steigenden Frequenzen steigt auch der Strom in Ihrer CPU. Bei bestimmten Hauptplatinen besteht die Möglichkeit, diesen Wert zu ändern. (In Intel® XTU kann dies über die Einstellung „Processor Core ICCMAX“ erfolgen. Sie werden höchstwahrscheinlich im BIOS die gleiche Option vorfinden.)

Überspannungsschutz (OVP): Wird aktiviert, wenn die CPU-Eingangsspannung zu hoch ist.

Unterspannungsschutz (UVP): Dies ist das funktionale Gegenteil von OVP. In diesem Fall wird Ihr System heruntergefahren, wenn die CPU-Spannung zu niedrig ist.

Kurzschlussschutz (SCP): Wird aktiviert, wenn die Hauptplatine einen Kurzschluss erkennt. Es gibt selten einen Grund, diesen Schutzmechanismus zu deaktivieren.

Übertaktung von Software und Tools

Eine erfolgreiche Übertaktung erfordert die Unterstützung von Software, um den Prozess zu optimieren. Mithilfe von Software können Sie Einstellungen sicher ändern, Benchmarkings und Tests durchführen sowie Ihr System überwachen und einem Stresstest unterziehen, um die Stabilität sicherzustellen. Der folgende Abschnitt enthält eine kurze Einführung in einige der wichtigsten Tools und Software-Dienstprogramme im Toolkit eines Übertakters.

Diese Liste ist nicht vollständig, bietet jedoch eine gute Ausgangsbasis.

BIOS-

Das BIOS (Basic Input/Output System) ist die Software, die auf Ihrer Hauptplatine ausgeführt wird. (Bei neueren Hauptplatinen wird sie möglicherweise auch als UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) bezeichnet.) Ab einer Ebene unterhalb Ihres Betriebssystems verwaltet das BIOS die Hauptplatine und ermöglicht die Kommunikation mit der gesamten installierten Hardware.

Außerdem können Sie im BIOS die Leistungsparameter Ihrer Hardware anpassen, einschließlich RAM, Speicher und CPU.

Es ist unbedingt zu beachten, dass die visuelle Darstellung des BIOS je nach Mainboardhersteller unterschiedlich ist. Um auf das BIOS zuzugreifen, müssen Sie kurz nach dem Einschalten Ihres Computers und vor Erscheinen des Windows* Ladebildschirms eine bestimmte Taste drücken, z. B. F2 oder Löschen. Spezifische Anweisungen findest du in der Dokumentation des Mainboards.

Lesen Sie unsere Anleitung zum Übertakten einer CPU mit dem BIOS, um zu erfahren, wie Sie mit dem BIOS eine bestimmte CPU-Taktfrequenz einstellen können.

Intel® Extreme Tuning Utility (Intel® XTU)

Ein außergewöhnlich robustes Übertaktungstool ist Intel® XTU. Diese Software kombiniert in einer einzigen Anwendung einige der wichtigsten Funktionen, die Sie beim Übertakten benötigen.

Das Intel® XTU erkennt und überwacht die Hardware, testet die Stabilität, unterstützt die Übertaktung und kann Benchmarks ausführen. Das Layout ist einfach und bietet die wesentlichen Funktionen für Kunden, die bereits Erfahrung mit dem Übertakten von Systemen gesammelt haben.

Lesen Sie unsere komplette Anleitung zur Übertaktung mit Intel® XTU.

CPU-Z*

CPU-Z* von CPUID ist eine einfache und leichte Anwendung, die wichtige Informationen zu Prozessor, Hauptplatine und RAM bietet. Sie wird sowohl Anfängern als auch Experten empfohlen, die eine einfache Überwachungslösung benötigen.

Kerntemperatur

Core Temp ist ein weiteres nützliches Tool zur Überwachung der einzelnen Kerntemperaturen. Außerdem wird der Stromverbrauch Ihrer CPU in Echtzeit angezeigt.

RealBench*

RealBench* ist ein von ASUS entwickeltes Benchmarking-Dienstprogramm, das Umgebungen mit hoher Arbeitslast wie Fotobearbeitung, Videokodierung, Multitasking mit AVX und mehr simuliert.

3DMark*

3DMark* von UL Benchmark ist ein Benchmark-Dienstprogramm, das zwei Prozessortests und kombinierte CPU- und GPU-Workloads umfasst. 3DMark ist eine gute Wahl zur Durchführung von Benchmarks, um die Gesamtleistung eines PCs , insbesondere für Gaming-Workloads, zu messen.

Abschließende Gedanken

Mit diesem Wissen zur Übertaktung können Sie Ihre CPU optimal nutzen.

Hier sind einige wichtige Prinzipien, die beim Übertakten beachtet werden müssen:

  1. Keine Eile. Ändern Sie jeweils eine Einstellung, testen Sie dann, bevor Sie fortfahren.
  2. Achten Sie stets auf die CPU-Temperatur, und halten Sie sie so niedrig wie möglich, während Sie die Stabilität bewahren.
  3. Verwenden Sie niemals mehr CPU-Spannung (Vcore) als nötig.
  4. Ändern Sie niemals Einstellungen oder Schutzechanismen, die Sie nicht verstehen.

Bei Berücksichtigung dieser vier Prinzipien sollte Ihre Übertaktungserfahrung unterhaltsam, sicher und vorteilhaft sein. Genießen Sie eine schnellere Taktfrequenz!

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Die Leistung variiert je nach Verwendung, Konfiguration und anderen Faktoren. Weitere Informationen siehe www.Intel.com/PerformanceIndex.

4

© Intel Corporation. Intel, das Intel Logo und andere Kennzeichen von Intel sind Marken der Intel Corporation oder ihrer Tochtergesellschaften. Andere Marken oder Produktnamen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.