Was ist WLAN 6?

WLAN 6 (auch Wi-Fi 6) bewirkt große Veränderungen in kabellosen Netzwerken. Vertiefe dich in die neuesten Funktionsmerkmale und Verbesserungen von WLAN 6 (Wi-Fi 6) und finde heraus, warum du vielleicht ein Upgrade durchführen solltest.1 2 3

In den vergangenen zehn Jahren spielt sich unser Leben verstärkt online ab, und das WLAN-Internet hat zu diesem Wechsel enorm beigetragen. Die neueste Version dieser Technologie ist Wi-Fi 6 (WLAN 6), das auch als 802.11ax bezeichnet wird.

Wi-Fi Grundlagen

Der Begriff „Wi-Fi“ wurde von der gemeinnützigen Wi-Fi-Alliance entwickelt und bezieht sich auf eine Gruppe von drahtlosen Netzwerkprotokollen, die auf dem IEEE 802.11 Netzwerkstandard basieren. WLAN (Wi-Fi) wurde in den späten 1990er Jahren entwickelt, hat sich im letzten Jahrzehnt jedoch drastisch verbessert.

Diagramm der Netzwerkprotokolle

Generation/IEEE-Standard

Frequenz

Maximale Linkrate

Jahr

Wi-Fi 6 (802.11ax) 2,4/5 GHz 600-9608 Mbit/s 2019
Wi-Fi 5 (802.11ac) 5 GHz 43–6933 Mbit/s 2014
Wi-Fi 4 (802.11n) 2,4/5 GHz 72-600 Mbit/s 2009

Um die Unterschiede zwischen den einzelnen Generationen zu verdeutlichen, hat die Wi-Fi Alliance vor Kurzem eine traditionelle Namensgebungskonvention übernommen, mit der die 802.XX-Benennung durch ein vereinfachtes numerisches Suffix ersetzt wird. Dieses vereinfachte numerische Schema (Wi-Fi 6 im Vergleich zu 802.11ax) erleichtert die Erkennung der technischen Generation, die zum Einsatz kommt, und die Bestimmung der Gerätekompatibilität mit dieser Version.

Was ist WLAN 6?

Wi-Fi 6 ist ein umfassendes Upgrade der bisherigen Generationen, obwohl die Unterschiede für den Benutzer nicht offensichtlich sein mögen. Der Wandel, den Wi-Fi 6 bewirkt, wird unsere Nutzung von WLAN-Routern oder WLAN-Netzwerken zwar nicht revolutionieren, aber aus mehreren inkrementellen Verbesserungen bestehen, die in ihrer Gesamtheit ein potenziell enormes Upgrade darstellen.

Die erste Verbesserung ist die Ermöglichung höherer Geschwindigkeiten durch Wi-Fi 6. 4 5

Höhere Geschwindigkeiten

Ein schnelleres WLAN bedeutet bessere Up- und Download-Geschwindigkeiten (oder Durchsatz) dank der höheren Bandbreite von Wi-Fi 6. Dies gewinnt anlässlich der stetig steigenden Dateigrößen immer mehr an Bedeutung, auch angesichts der höheren Datenanforderungen beim Streamen von qualitativ hochwertigen Videos und kommunikationsintensivem Online-Gaming. An einem Spiel mit mehreren Spielern beteiligt zu sein und gleichzeitig auf Twitch* zu streamen, erfordert viel Bandbreite und eine zuverlässige, stabile Verbindung.

Aus diesem Grund verbinden sich viele Gamer und Content-Gestalter noch immer mithilfe von Ethernet-Kabeln direkt über Router oder Netzwerk-Switches, statt die Flexibilität drahtloser Netzwerktechnik zu nutzen. Wi-Fi 6 schafft engere Parität für verkabelte und Funksignale, was potenziell mehr Benutzer von den Einschränkungen der Verkabelung mit dem Modem befreit.

Wie viel schneller ist Wi-Fi 6? Obwohl diese Zahlen nur im Zusammenhang einen Sinn ergeben, kann Wi-Fi 6 einen maximalen Durchsatz von 9,6 Gbit/s im Vergleich zu den 3,5 Gbit/s von Wi-Fi 5 erzielen. Dies sind jedoch theoretische Maximalwerte. In der realen Welt wird die Bandbreite derartige Geschwindigkeiten lokal nicht erreichen können, und die Internetverbindungsgeschwindigkeit ist immer von der Breitbandverbindung abhängig. Da der Höchstwert jedoch für mehrere Geräte gilt, können Geräte mit Wi-Fi 6 deutlich höhere Geschwindigkeiten aufweisen.

Wenn du einen WLAN-Router mit einem einzelnen Gerät verwendest, sollten maximale Geschwindigkeitssteigerungen von bis zu 40 % im Vergleich zu Wi-Fi 5 möglich sein. Wi-Fi 6 erreicht diese höheren Datenübertragungsgeschwindigkeiten auf unterschiedliche Weise, was mit einer verbesserten Datencodierung und intelligenter Nutzung des drahtlosen Spektrums durch leistungsstärkere Prozessoren beginnt.

Wi-Fi 6 verbessert auch die Geschwindigkeiten, indem große Mengen des Datenverkehrs im Netzwerk effizienter abgewickelt werden. Für Gamer bedeutet dies schnellere Downloads, besseres Upload beim Streaming, bis zu 75 % weniger Latenz und zuverlässigeres Media-Multitasking.

Priorisierung des Datenverkehrs

Die meisten Privathaushalte verwenden heute bedeutend mehr WLAN-fähige Geräte als vor nur fünf Jahren. Von den Smartphones über Tablets zu Fernsehern und IoT-Geräten wie Thermostaten und Türklingeln kann so gut wie alles dieser Tage mit dem Router vernetzt werden. Wi-Fi 6 kommuniziert besser mit mehreren Geräten, die gleichzeitig Daten benötigen, und kann den Verkehr auf diesen Geräten effizienter priorisieren. Dies erfolgt zum einen durch die Verwendung des Orthogonal Frequency Division Multiple Access (OFDMA).

OFDMA unterteilt Kanäle in Subträger und ermöglicht somit die gleichzeitige Übertragung an mehrere Endpunkte (Geräte). Ein Wi-Fi 6 Router kann unterschiedliche Signale im gleichen Übertragungsfenster senden. Dies ergibt eine einzige Übertragung vom Router, die an mehrere Geräten kommuniziert wird, statt dass jedes Gerät warten muss, bis der Router die Daten im Netzwerk weiterreicht.

Eine weitere Wi-Fi 6 Funktion, die zur verbesserten Abwicklung von hohem Datenaufkommen im Netzwerk beiträgt, ist Overlapping Basic Service-Sets (OBSS).

In älteren Wi-Fi (WLAN)-Versionen praktizierten Geräte, die eine Verbindung mit dem Netzwerk aufbauen wollten, zunächst das „Zuhören“ vor dem „Kommunizieren“ - mit anderen Worten, sie lauschten erst auf Geräusche im Kanal, bevor die Übertragung versucht wurde. Wenn Geräusche im Kanal auftraten, selbst wenn diese aus einem weit entfernten Netzwerk stammten, musste das Gerät mit der Übertragung warten, bis der Kanal störungsfrei war, um potentielle Interferenzen zu vermeiden.

OBSS ermöglicht es dem Zugriffspunkt, zwecks eindeutiger Netzwerkidentifizierung eine „Farbe“ einzusetzen. Wenn anderer Verkehr auf dem Kanal erkannt wird, aber nicht dieselbe Farbe des lokalen Netzwerks hat, können Geräte diesen ignorieren und die Übertragung fortsetzen. Dies kann dazu beitragen, die Zuverlässigkeit zu steigern und die Latenz zu verbessern.

Gemeinsam können OFDMA und OBSS in ausgelasteten Netzwerken für eine effizientere Kommunikation sorgen. Da immer mehr Geräte WLAN nutzen, können diese Funktionen zur Erhaltung der Geschwindigkeit und Stabilität unserer Verbindungen beitragen.

Beamforming

Eine weitere Technik, die mit Wi-Fi 6 verbessert wird, ist Beamforming.

Diese futuristisch anmutende Datenübertragungsmethode ist tatsächlich relativ einfach. Statt die Daten in alle Richtungen zu senden, erkennt der Router, wo sich das anfragende Gerät befindet und sendet einen stärker lokalisierten Datenstrom in diese Richtung. Beamforming ist in Wi-Fi 6 nicht neu, aber dessen Wirksamkeit wurde in dieser Generation verbessert. Zusammen mit anderer integrierter Technik, wie OFDMA und OBSS, beschleunigt Beamforming das Wi-Fi 6.

Beim Wi-Fi 6 geht es jedoch nicht nur um höhere Geschwindigkeiten.

Über Geschwindigkeit hinaus

Für den Mainstream-Benutzer, insbesondere für Gamer, ist Geschwindigkeit möglicherweise am wichtigsten, aber WLAN bietet darüber hinaus noch mehr. Wi-Fi 6 verspricht auch Verbesserungen in der Sicherheit.

WPA 3

WLAN Protected Access (WPA) ist ein geläufiges WLAN-Sicherheitsprotokoll, das zur Verschlüsselung Passwörter verwendet. Jedes Mal, wenn zur Anmeldung in einem WLAN-Netzwerk ein Passwort eingegeben werden muss, ist dies ein Anzeichen von WPA. WPA 2 ist seit Langem der Standard, was sich jetzt mit Wi-Fi 6 ändern wird.

Eine der größten Verbesserungen ist die Implementierung verstärkter Passwortsicherheit über das Dragonfly-Key-Exchange-System, das auch SAE oder Simultaneous-Authentication-of-Equals genannt wird. Diese Authentifizierungsmethode erschwert das Knacken von Passwörtern, indem eine differenziertere Methode zum Aufbau der Verbindung mit dem WLAN verwendet wird. Diese zusätzliche Sicherheitsebene kann in Verbindung mit einer stärkeren Verschlüsselung stabilere Sicherheitsoptionen als bisher vorhanden schaffen.

Diese zusätzliche Sicherheitsebene ist ein gutes Beispiel, was sich im Zuge von Wi-Fi 6 alles verbessern wird, ohne dass das Benutzererlebnis davon betroffen ist.

Akkulaufzeit und TWT

Eine weitere, zukunftsorientierte Entwicklung, die in Wi-Fi 6 enthalten ist, ist TWT (Target Wake Time), mit der die Akkulaufzeit auf bestimmten Geräten verlängert werden kann.

Diese Technik ermöglicht eine effizientere Kommunikation zwischen dem Router und dem Gerät in Bezug auf Ruhephase und Aktivierung. Durch effektive Kommunikation mit dem WLAN-Sender des Geräts und ausschließliche Aktivierung, wenn dieses genutzt werden soll, verbringt das Gerät weniger Zeit und Energie damit, nach Funksignalen zu suchen.

Dies kann die Akkulaufzeit erhöhen.

Was wird für Wi-Fi 6 benötigt?

Wi-Fi 6 bietet erhebliche Verbesserungen und möglicherweise frägst du dich, wie du dieses neue Protokoll nutzen kannst. Das wichtigste Upgrade ist der Erwerb eines Wi-Fi 6-fähigen Routers. Die meisten Hersteller verfügen bereits über Wi-Fi 6-fähige Router, und somit stehen Ihnen mehrere Optionen zur Wahl.

Zudem brauchst du Wi-Fi 6-fähige Geräte. Obwohl Wi-Fi 6 abwärtskompatibel mit älteren 802.11ac (Wi-Fi 5)-Geräten ist, benötigst du ein Wi-Fi 6-fähiges Gerät, um alle hier aufgeführten Vorteile nutzen zu können. In den kommenden Jahren wird Wi-Fi 6 vermehrt zum Standard werden, und neuere Geräte werden die Technik enthalten, da dies zur neuen Norm wird.

Wenn du deinen Desktop-PC aktualisieren möchtest, um Wi-Fi 6 zu nutzen, achte darauf, dass das Protokoll im neuen Mainboard enthalten ist, oder untersuche diese M.2 Erweiterungsmodule, die zur Nutzung aller Wi-Fi 6-Kapazitäten entwickelt wurden. Wenn du nach einer Gaming-spezifischen Gig+ Wi-Fi 6-Lösung suchst, sieh dir diese Killer™ Wi-Fi 6 AX1650 Wi-Fi 6 Karte an, die in Partnerschaft mit Intel entwickelt wurde. Diese Geräte verwenden 160 MHz-Kanäle, die die drahtlose Gigabit-Geschwindigkeiten ermöglichen – bis zu 1700 Mbit/s oder unter idealen Umständen drei Mal schneller als Standard-Wi-Fi 5.

Drahtlos

Wi-Fi 6 wird die Art und Weise, wie wir mit unseren WLAN-Geräten interagieren, dramatisch verändern. Mit höheren Geschwindigkeiten, besserer Priorisierung des Datenverkehrs und zusätzlicher Sicherheit ist Wi-Fi 6 ein beachtlicher Schritt nach vorne für die kabellose Netzwerktechnik.

Ein Upgrade of Wi-Fi 6 ist die Erwägung wert, ganz gleich, ob du spielst, arbeitest oder einfach nur Videos streamest.

Produkt- und Leistungsinformationen

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Die Funktionsmerkmale und Vorteile von Intel® Techniken hängen von der Systemkonfiguration ab und können geeignete Hardware, Software oder die Aktivierung von Diensten erfordern. Die Leistungsmerkmale variieren je nach Systemkonfiguration. Kein Produkt und keine Komponente bieten absolute Sicherheit. Wenden Sie sich an den Systemhersteller oder Einzelhändler, um weitere Einzelheiten zu erfahren, oder besuchen Sie https://www.intel.de.

2

Intel hat keinen Einfluss auf und keine Aufsicht über die Benchmarkdaten Dritter oder die Websites, auf die in diesem Dokument Bezug genommen wird. Besuchen Sie die genannten Websites, um sich davon zu überzeugen, dass die angeführten Benchmarkdaten zutreffen.

3Intel, das Intel Logo und Core sind Marken der Intel Corporation oder ihrer Tochtergesellschaften in den USA und/oder anderen Ländern. Andere Marken oder Produktnamen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber. © Intel Corporation
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Intel® Wi-Fi 6 (Gig+)-Produkte unterstützen optionale 160-MHz-Kanäle und ermöglichen so die schnellstmögliche theoretische Maximalgeschwindigkeit (2402 Mbit/s) für PC-Wi-Fi-Produkte mit herkömmlichem 2x2 802.11 AX. Intel® Wi-Fi 6 (Gig+)-Premium-Produkte ermöglichen eine 2–4x schnellere theoretische Maximalgeschwindigkeit im Vergleich zu PC-Wi-Fi-Produkten mit herkömmlichem 2x2 (1201 Mbit/s) oder 1x1 (600 Mbit/s) 802.11 AX, die lediglich die obligatorischen Anforderungen von 80-MHz-Kanälen erfüllen.

5

Senkung der Latenzzeiten um 75 %: Basiert auf Intel Simulationsdaten (79 %) von 802.11ax mit und ohne OFDMA unter Verwendung von 9 Clients. Die durchschnittliche Latenz ohne OFDMA beträgt 36 ms; mit OFDMA lässt sich die durchschnittliche Latenz auf 7,6 ms reduzieren. Für Latenzverbesserungen müssen der 802.11ax-Router (Wi-Fi 6) und alle Clients OFDMA unterstützen. Weitere Informationen siehe intel.de/wifi6disclaimers.