Leistung, wo sie gebraucht wird

Im Gegensatz zu NAND-SSDs bieten Intel® Optane™ SSDs eine Spitzenleistung bei Warteschlangentiefen, die für reale Apps und nicht für synthetische Benchmarks relevant sind.

Sie benötigen ein Solid State Drive (SSD), das für Sie und Ihren Workload am schnellsten funktioniert. Da Sie diesen Artikel lesen, ist stark davon auszugehen, dass Sie die SSD-Leistungsspezifikationen einsehen, wenn Sie ein SSD für Ihr System auswählen. Die Spezifikationen listen den Durchsatz (auch als Bandbreite bezeichnet) sowohl für Lese- als auch für Schreibvorgänge auf. Ebenso aufgeführt in den Spezifikationen ist die Anzahl der maximalen Zugriffe pro Sekunde (allgemein als Input-/Output-Vorgänge pro Sekunde [IOPS] bezeichnet). Vielleicht überrascht es Sie nicht zu erfahren, dass diese Spezifikationen stark idealisierte Testszenarien voraussetzen. Diese Szenarien stimmen möglicherweise –oder wahrscheinlich – nicht mit den Anwendungen überein, die Sie schnell ausführen möchten.

In diesem Artikel untersuchen wir die Rolle, die die Anzahl der ausstehenden Zugriffe (im Allgemeinen als Warteschlangentiefe [QD] einer Workload bezeichnet) für die SSD-Leistung spielt. Zudem untersuchen wir die Arten von QDs, die häufig bei realen Anwendungen vorzufinden sind.

Einfach ausgedrückt, die meisten Anwendungen weisen eine relativ niedrige QD auf, und NAND-SSDs benötigen eine hohe QD, um die volle Leistung zu erzielen. Intel® Optane™ SSDs bieten mit ihrer geringen Latenz eine hohe Leistung bei niedriger QD. Daher bieten Intel® Optane™ SSDs eine hohe Leistung für eine viel größere Anzahl von Anwendungen.

Die Prävalenz von Anwendungen mit niedriger QD

QD ist nicht etwas, woran die meisten Menschen jeden Tag denken. Die nachfolgende Analogie veranschaulicht die QD und verdeutlicht ihre Beziehung zu Latenz und Durchsatz und erklärt, warum eine niedrige QD eine so entscheidende Rolle spielt.

Stellen Sie sich vor, Ihr Schuppen steht in Flammen. Sie haben keinen Schlauch, aber einen Eimer und einen Wasserhahn auf der anderen Seite eines kleinen Feldes. Also drehen Sie den Wasserhahn an, füllen den Eimer, drehen den Wasserhahn ab, rennen über das Feld und schütten das Wasser auf die Flammen. Dann laufen Sie zurück und wiederholen den Vorgang.

In diesem Beispiel (Abbildung 1) lautet die QD eins (QD = 1), da es nur eine Person und einen Eimer gibt. Der Durchsatz entspricht der durchschnittlichen Geschwindigkeit, mit der Wasser aus dem Wasserhahn entnommen und auf das Feuer geschüttet wird (z. B. 12 Mal pro Stunde). Die Latenz in diesem Beispiel ist die Zeit vom Abschluss des Entleerens eines Eimers im Feuer bis zum Eintreffen des nächsten Eimers, der auf dem Feuer ausgegossen werden soll (z. B. fünf Minuten).

Wie Sie sehen, besteht ein Zusammenhang zwischen der Latenz und dem Durchsatz des Wassers, das auf das Feuer geschüttet wird. Wenn das Feld größer ist, dauert der Transitweg länger, sodass die Latenz für jeden entnommenen Eimer Wasser zunimmt und der Wasserdurchsatz sinkt.

Abbildung 1: Der Durchsatz wird durch die Latenz (Zeit des Hin- und Rückwegs) und die QD (Anzahl der Eimer) bestimmt.

Wenn wir die Größe des Feldes verringern (Abbildung 2) und dadurch den Wasserhahn näher an den Schuppen bringen könnten, könnten wir schneller über das Feld gelangen und schneller mehr Wasser zum Feuer bringen. In diesem Fall reduzieren wir die Latenz und erhöhen auch bei QD = 1 den Durchsatz und damit die Wirksamkeit der Brandbekämpfung.

Abbildung 2. Wenn Sie die Distanz verkleiner, reduzieren Sie die Latenz und steigern den Durchsatz.

Latenzreduzierung klingt wie ein Zauberwort. Gibt es eine andere Möglichkeit? Betrachten wir das Beispiel QD = 2. Wir brauchen einen weiteren Eimer und einen Freund, der uns hilft. Nun läuft einer der beiden Feuerwehrkräfte zum Feuer und der andere zum Wasserhahn, und auf dem Feld kommen sie sich entgegen. Die Latenz hat sich nicht geändert, denn die Größe des Feldes hat sich nicht geändert. Mit QD = 2 wurde jedoch der Durchsatz verdoppelt, denn das Wasser wird schneller auf Feuer geschüttet (Abbildung 3).

Abbildung 3: Eine andere Möglichkeit zur Steigerung des Durchsatzes ist die Steigerung der QD.

Wir könnten den Durchsatz des Wassers, das wir auf das Feuer schütten, durch Steigerung der QD weiter erhöhen, indem wir die QD solange erhöhen, bis uns die Eimer und Freunde ausgehen. Wenn wir die Anzahl der Feuerwehrkräfte erhöhen, die über das Feld rennen, werden sie aufeinanderstoßen (Abbildung 4), was zu Ineffizienz führt. Jeder zusätzliche Helfer hilft nicht nicht mehr so viel wie der erste zusätzliche Helfer. Früher oder später werden wir feststellen, dass der Wasserhahn nicht mehr zugedreht wird, und zu jeder Zeit füllt jemand einen Eimer. An diesem Punkt haben wir den Sättigungspunkt (maximaler Durchsatz für den Wasserhahn) erreicht, und das Hinzufügen weiterer Eimer (eine höhere QD) erzielt keinen weiteren Nutzen.

Abbildung 4: Schlussendlich wird die Erhöhung der QD einen Punkt erreichen, an dem die Rentabilität sinkt, da die Sättigung zu einer Überlastung führt.

Speichersysteme funktionieren wie das oben genannte Beispiel. Die Anwendung, die auf dem Prozessor ausgeführt wird, entspricht dem in Flammen stehenden Schuppen – sie benötigt Eimer voller Daten, um die Berechnungen voranzutreiben. Die auf dem Prozessor ausgeführte Anwendung oder das Betriebssystem fordern in individuelle Datenabfragen Daten von einer SSD an, und die zurückgegebenen Daten werden verwendet, um die Berechnung voranzutreiben. Die Anzahl der Datenelemente, die die Anwendung gleichzeitig anfordern kann (die QD oder die Anzahl der Eimer), hängt von der Datenparallelität der Berechnung und von den Fähigkeiten der Anwendung ab. Die Latenz für jeden Zugriff hängt von der Latenz der SSD und dem Systempfad zu dieses SSD ab. Daher hängt der Durchsatz sowohl von der Anwendung als auch von dem verwendeten SSD ab.

Anwendung und Benchmark-QD

Die SSD-Leistung wird normalerweise anhand von Benchmarks wie FIO (Linux) oder CrystalDiskMark (Windows) gemessen. Diese Benchmarks sind zu hohen QDs fähig. FIO ist in Bezug auf die QD vollständig konfigurierbar – geben Sie einfach die gewünschte QD an. FIO-Tests mit einer QD von 128 oder 256 beim Melden der SSD-Leistung sind bei der gängig. CrystalDiskMark enthält einen Test mit 16 Threads mit einer QD von jeweils 32 für eine Gesamt-QD von 512. Solche hohen QDs sind sinnvoll, um eine SSD vollständig auszulasten und die größtmögliche Leistung in Bezug auf IOPS und Durchsatz zu erzielen.

Diese Hochleistungszahlen – und ihre Abhängigkeit von hohen QDs – spiegeln jedoch einfach nicht die Realität der meisten Rechenzentren und die täglichen Erfahrungen der Benutzer von PCs wider. In realen Szenarien kann eine hohe QD nur selten erreicht und aufrechterhalten werden. Interne Tests von Intel mit realen Workloads in Rechenzentren haben ergeben, dass die meisten Anwendungen im Bereich von 1 bis 9 QD liegen (Abbildung 5).1 Tatsächlich erreicht nur die Implementierung einer transaktionalen Benchmark (wie TPC-H) wirklich große QDs.

Abbildung 5: Viele Enterprise-Workloads treten in niedrigen QD-Bereichen auf.1

Abbildung 6: Verschiedene Client-Workloads und die damit verbundenen QDs; alle gemessenen Workloads arbeiten hauptsächlich mit niedrigen QDs. 2

Bei PC-Anwendungen ist die Situation noch akuter. Bei unseren eigenen Messungen haben wir festgestellt, dass viele Desktop-Anwendungen eine QD von nur eins, zwei oder vier unterstützen. Wie in Abbildung 6 dargestellt, treten reale Workloads für viele der beliebtesten Anwendungen bei weniger als QD = 3 auf.

Die Abbildungen 5 und 6 zeigen anschaulich die Trennung zwischen Messungen mit hoher QD, die für SSD-Spezifikationsblätter verwendet werden, und den Anforderungen realer Anwendungen. SSD-Benchmarks bieten viele Eimer zum Verschieben von Daten, während Anwendungen nur wenige bieten. Schauen wir uns vor diesem Hintergrund die Leistung von NAND und Intel® Optane™ SSD im Vergleich zur QD an.

NAND-SSD-Leistung

Es überrascht nicht, dass NAND-SSDs aus NAND-Speicher gebaut werden. Eine einzelne NAND-SSD enthält viele integrierte NAND-Schaltungen. Die Latenz für das Lesen von Daten von einer integrierten NAND-Schaltung dominiert die SSD-Latenz für alle bis auf weniger häufige Latenzspitzen.3 Aufgrund dieser NAND-Leselatenz beträgt der Leerlaufdurchschnitt moderner NAND-SSDs typischerweisevon etwa 80 Mikrosekundens (µs).4 Für eine einzelne 3-GHz-CPU bedeutet dies 240.000 Prozessoranweisungen – das ist ein großes Feld, dass mit einem Eimer Wasser überquert werden muss.

Aufgrund dieser relativ hohen Latenz stellt eine niedrige QD-Leistung eine Herausforderung für NAND-SSDs dar. Die folgende mathematische Gleichung zeigt, wie langsam der Durchsatz wäre: 4.096 Byte x (1/80 µs) = 50 MB/s. Natürlich steigern größere Übertragungen (ein größerer Eimer) diesen Durchsatz. Aus diesem Grund verwenden SSD-Benchmarks große Übertragungen für Durchsatzmessungen. Es ist zu beachten, dass nur einige wenige Anwendungen für große Übertragungen geeignet sind.

Die folgende mathematische Gleichung zeigt, wie niedrig der IOPS-Wert für QD = 1 wäre. Ein höherer QD-Wert erhöht diese Rate. Aus diesem Grund sehen Sie bei diesen Werten größere QD-Messungen. Größere Übertragungen erhöhen auch die Durchsatzzahl, weshalb bei IOPS-Messungen für SSDs hohe QD-Werte angezeigt werden.

Es gibt viele sekundäre Auswirkungen auf die NAND-SSD-Leistung, die ebenso dazu führen, dass eine höhere QD erforderlich ist, um die maximale NAND-SSD-Leistung zu erzielen. Nur einer dieser Effekte ist hier erwähnenswert: der Yahtzee-Effekt, benannt von Intel Mitarbeiter Knut Grimsrud. Jede integrierte NAND-Schaltung (IC) kann während ihrer gesamten Latenz nur einen Lesevorgang aufrechterhalten. Um eine höhere Leistung zu erzielen, muss das NAND-SSD daher viele ICs aufweisen, und jeder Lesevorgang muss eine andere IC ausführen. Allerdings werden Daten auf bestimmten ICs gespeichert, sodass eingehende Zugriffe möglicherweise mit einem vorherigen Zugriff auf einer bestimmten IC kollidieren und warten müssen, obwohl andere ICs inaktiv sind. Es ist, als hätten wir mehrere Wasserhähne, aber jeder ist langsam und jeder Eimer kann nur von einem bestimmten Wasserhahn gefüllt werden. Mit zunehmender QD steigt die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen bei den Lesevorgängen für eine einzelne IC, wodurch die Leistung langsamer als die QD zunimmt. Aus diesem Grund enthalten SSD-Spezifikationsblätter so große QDs, dass sie hohe IOPS-Werte aufweisen. Intel® Optane™ SSDs leiden aufgrund ihres leistungsfähigeren Speichers und ihrer SSD-Architektur nicht unter dem Yahtzee-Effekt.

Wie Intel® Optane™ SSDs im realen Rechenzentrumsbetrieb die Leistung von NAND-SSDs übertreffen

Im Gegensatz zu NAND-SSDs bieten Intel® Optane™ SSDs eine Spitzenleistung bei realen QD-Werten, indem sie eine revolutionäre Speicher- und SSD-Architektur verwenden, die eine konstant niedrige Latenz bietet. Aufgrund der geringen Latenz der Intel® Optane™ Speichermedien kann das SSD extrem niedrige Latenzen (für eine SSD) von etwa 8 µs erreichen (ein viel kleineres Feld, das überquert werden muss). Hinzu kommt, dass die Latenz von Intel® Optane™ SSDs – im Gegensatz zu NAND-SSDs – nicht von der Speicherlatenz dominiert wird und nicht unter einem „Yahtzee-Effekt“ leidet. Eine Intel® Optane™ SSD stellt sogar einen einzelnen 4-KB-Lesevorgang aus mehreren Intel® Optane™ Speichermedien-ICs zusammen, und diese ICs sind sehr schnell für einen weiteren Lesevorgang bereit. Intel® Optane™ SSDs vermeiden die standort- und adressbasierten Kollisionen, die bei NAND-SSDs vorzufinden sind. Es ist, als würden Intel® Optane™ SSDs mehrere Wasserhähne gleichzeitig verwenden, um einen einzelnen Eimer zu füllen, sodass sie den nächsten Eimer sehr schnell füllen können. Dies bedeutet, dass Intel® Optane™ Speichermedien in viel kürzerer Zeit als NAND-SSDs für einen weiteren Lesevorgang bereit sind und keine Input/Output-Parallelität (I/O) erforderlich ist, um hohe IOPS-Werte zu erzielen.

Einfach ausgedrückt: Intel® Optane™ SSDs bieten eine Spitzenleistung bei QDs, die mit den niedrigeren QDs übereinstimmen, bei denen die meisten Anwendungen arbeiten. NAND-SSDs erfordern normalerweise QD-Bereiche von mindestens 128, um eine Spitzenleistung zu erzielen. Intel® Optane™ SSDs dagegen können die volle Leistung für viel kleinere QDs erreichen, die häufig bei realen Anwendungen auftreten (siehe Abbildung 7). 5 Das Diagramm zeigt auch den Leistungsunterschied zwischen einem NAND-SSD (Intel® SSD P4610) und einem Intel® Optane™ SSD (Intel® Optane™ SSD P4800X). Die Ergebnisse zeigen einen realen Geschwindigkeitsvorteil bei den Intel® Optane™ SSDs, bei denen die Geschwindigkeit vier- bis fünfmal so hoch ist wie die reale relevante Leistung der getesteten Intel® NAND SSDs.

Abbildung 7: Intel® Optane™ SSDs bieten Spitzenleistung bei niedrigeren QDs, bei denen die meisten Anwendungen ausgeführt werden; NAND-SSDs erfordern normalerweise QD-Bereiche von mindestens 128, um Spitzenleistung zu erzielen.6

Obwohl es sich um ein wichtiges Diagramm handelt, beschreibt es nur einen Teil des Ganzen. Abbildung 8 zeigt denselben Workload, der Workload ist jedoch so dargestellt, dass der Betriebspunkt des Systems sowohl hinsichtlich des gelieferten Durchsatzes (x-Achse) als auch der resultierenden Leselatenz pro I/O (y-Achse) gezeigt wird. Die QD ist als Nummer in den NAND- und Intel® Optane™ SSD-Linien enthalten. Angenommen, wir haben eine Anwendung, die einen Vorgang mit QD = 4 ermöglicht. Mit der Intel® Optane™ SSD kann diese Anwendung mit einem Durchsatz von mehr als 1,2 GB/s und einer Latenz pro Lese-I/O von nur etwa 10 µs ausgeführt werden. Die NAND-SSD hingegen bietet der Anwendung einen Betriebspunkt von weniger als 0,3 GB/s und eine Latenz pro Lese-I/O von etwa 100 µs. Dies sind sehr unterschiedliche Betriebspunkte, die wiederum zu einer sehr unterschiedlichen Anwendungsleistung führen.

Abbildung 8: Bei niedrigeren QDs bieten Intel® Optane™ SSDs eine höhere Bandbreite und geringere Latenz als NAND-SSDs. 7

Beachten Sie in Abbildung 8 auch, dass für die NAND-SSD QDs von 128 oder sogar 256 erforderlich sind, um die volle Leistung zu erzielen. Selbst wenn Ihre Anwendung diesen Betriebspunkt erreichen könnte, würde dies zu einer höheren Latenz für Lesevorgänge führen. Jetzt können Sie sehen, warum die maximale Leistung von NAND-SSDs für solch hohe QDs angegeben ist und warum Sie sich nach der Latenz für einen Lesevorgang bei diesem Betriebspunkt erkundigen sollten. Aus diesem Grund enthalten einige Benchmarks wie CrystalDiskMark Messungen mit QD = 1 als Teil ihrer Testsuiten. Intel® Optane™ SSDs erreichen bei einer QD von etwas mehr als 8 die volle Leistung und halten an diesem Betriebspunkt eine geringe Leselatenz aufrecht. Für QDs realistischer Anwendungs bietet eine Intel® Optane™ SSD einen hohen Durchsatz und gleichzeitig eine geringe Latenz. Wenn es Zeit ist, das Feuer zu löschen, wünsche ich mir eine Intel® Optane™ SSD in meinem System.

Der Bonusvorteil der niedrigen Latenz von Intel® Optane™ SSDs: Vereinfachter Code

Wie David Clark von MIT einmal sagte: „Bandbreitenprobleme können mit Geld geheilt werden. Latenzprobleme sind schwieriger, da die Lichtgeschwindigkeit eine feste Größe ist; Gott kann nicht bestochen werden.“8 Clark sprach über das Netzwerk, aber das Gleiche gilt auch für die Speicherung. Eine geringe Latenz ist leistungsstark und hat weitreichende Auswirkungen. Bei unserer Arbeit mit Betriebssystem- und Anwendungsentwicklern zur Integration von Intel® Optane™ SSDs mit geringer Latenz in Systeme ist uns ein wiederkehrendes Thema aufgefallen. Bei ihren Bemühungen, das Problem der hohen Speicherlatenz zu überwinden, entstanden diesen Entwickler Kosten in Form von Entwicklungszeit, zusätzlichem Code und zusätzlicher Rechenleistung. Im Laufe der Jahre haben Entwickler von Betriebssystemen und wichtigen Rechenzentrumsanwendungen große Anstrengungen unternommen, um den Anwendungsdurchsatz trotz der hohen Latenzen von NAND-SSDs (und sogar HDDS) zu erhöhen. Es wurden signifikante Codes und komplexe Heuristiken entwickelt, um die langen Wartezeiten bei der Übertragung von Daten vom und zum Speicher zu verkürzen. Mit Intel® Optane™ SSDs entfallen dieser zusätzliche Code und die zusätzliche Entwicklungszeit. Die geringe Latenz von Intel® Optane™ SSDs packt das Problem an der Wurzel an: schneller Zugriff auf Daten.

Betrachten wir zur Veranschaulichung dieses Konzepts einen kommerziell wichtigen Datenbank-Benchmark: TPC-C. Ein anderer Mitarbeiter von Intel, Jeff Smits, führte umfangreiche Experimente durch, in denen die NAND-SSD-Leistung mit der Intel® Optane™ SSD-Leistung verglichen wurde. Bei TPC-C dreht sich alles um den Durchsatz – Transaktionen pro Sekunde (TPS). Datenbankimplementierungen von TPC-C sind auf Code- und Systemebene stark optimiert. Jeff stellte fest, dass das einfache Einsetzen von Intel® Optane™ SSDs in das System nicht den vollen Nutzen erzielte. Er musste die Anzahl der ausstehenden Transaktionen reduzieren, die dieses stark optimierte System generierte. Dabei entdeckte er einen starken Leistungsgewinn auf Anwendungsebene. Das System ging von einem Speicher mit hoher Latenz aus, sodass es komplexen Code enthielt, der viele gleichzeitige Transaktionen generieren konnte. Interessanterweise ermöglichte die Reduzierung der Anzahl ausstehender Transaktionen sogar eine effektivere Funktion der CPU-Caches, da die Größe des Arbeitssatzes der Anwendung reduziert wurde. Wir haben ähnliche Möglichkeiten zur Leistungssteigerung durch Vereinfachung bei der Auslagerung des virtuellen Speichers durch das Betriebssystems gesehen.

Der zusätzliche Vorteil von Intel® Optane™ SSDs besteht also in der reduzierten Komplexität des Programmcodes und kleineren Arbeitsbereichen (Anzahl der Arbeitsspeicherseiten). Aufgrund dieser reduzierten Komplexität können wir die Systemleistung noch weiter steigern. Falls Sie ein Entwickler sind, überdenken Sie Ihre Anwendung und überlegen Sie, wie Sie diese durch Intel® Optane™ SSDs vereinfachen können, um die Leistung und Produktivität zu erhöhen.

Die „reale“ Leistung ist das Einzige, was wirklich gebraucht wird

Der Begriff „real“ wird in diesem Dokument freizügig verwendet. Genauso sollte es auch sein. Schließlich sind veröffentlichte Leistungsstatistiken, egal wie atemberaubend beeindruckend sie auch sein mögen, von geringer Bedeutung, wenn in der Praxis nicht dieselben Ergebnisse erzielt werden können. Während die Leistungsstatistiken von NAND SSDs beim Durchblättern von Verkaufsbroschüren beeindrucken können, beeindruckt die Leistung der Intel® Optane™ SSDs Tag für Tag in realen Rechenzentrumsbetrieben und PC-Anwendungen.9 10 11 12 13 14

Über den Autor: Frank Hady

Frank Hady ist ein Intel-Fellow und der Chief Optane Systems Architect in Intels Non-Volatile Memory Solutions Group (NSG). Er leitet die Forschung und Definition im Zusammenhang mit den auf der Intel® Optane™ Technik basierenden Produkten und der Integration in Computersysteme.

Frank Hady hat:

  • als Intels leitender Plattform-I/O-Architekt gearbeitet,
  • für die Intel® QuickAssist-Technik (Intel® QAT) grundlegende Forschung betrieben,
  • 30 veröffentlichte Paper über Netzwerke, Datenspeicher und I/O-Innovationen als Autor oder Co-Autor verfasst,
  • mehr als 30 Patente in den USA,
  • akademische Grade in Electrical Engineering der University of Virginia und einen Ph.D. der University of Maryland.

Weitere Informationen

Informieren Sie sich anhand von anderen Artikeln aus der technischen Serie zu Arbeits- und Datenspeicher darüber, wie die Intel® Optane™ Technik die Arbeits- und Datenspeicherhierarchie im Rechenzentrum neu definiert.

Um mehr über den persistenten Intel® Optane™ Speicher zu erfahren, besuchen Sie:

https://www.intel.de/content/www/de/de/products/memory-storage/optane-dc-persistent-memory.html

Um mehr über Intel® Optane™ SSDs zu erfahren, besuchen Sie:

https://www.intel.de/content/www/de/de/products/memory-storage/solid-state-drives/data-center-ssds/optane-dc-ssd-series.html

Weiterführende Lektüre – Intel® Optane™ Technologie: Arbeits- oder Datenspeicher? Beides.

https://www.intel.de/content/www/de/de/products/docs/memory-storage/optane-technology/what-is-optane-technology-brief.html

Produkt- und Leistungsinformationen

1Intel. „Performance Benchmarking for PCIe* and NVMe* Enterprise Solid-State Drives.“ Februar 2015. intel.com/content/dam/www/public/us/en/documents/white-papers/performance-pcie-nvme-enterprise-ssds-white-paper.pdf.
2Quelle: Intel-Tests im Juli 2018. Systemkonfiguration: CPU: Intel® Core™ i7 8086K Prozessor; BIOS-Version 9008 (x64) Build-Datum: 16.05.2018, EG-Version MBEC-Z370-0203, Intel® Management Engine (Intel® ME) Firmware Ver11.8.50.3399; Mainboard: ASUS Z370-A; Betriebssystem: Windows* 10 RS4 1803; Treiber: Microsoft* Posteingangstreiber; DRAM: 8 GB x 2 Corsair Vengeance LPX DDR4 (Modell: CMK16GX4M2A2666C16R); 1 TB WD Blue 2.5” Festplattenlaufwerk (HDD) (Modell: WD10JPVX); 32 GB Intel® Optane™ Speicher, 118 GB Intel® Optane™ SSD 800P; 900P; SATA SSD: 512 GB Intel® SSD 545s; NVM Express (NVMe) SSD: 512 GB Intel® SSD 760p PCIe, M.2, NVMe SSD; bei allen Tests handelt es sich um interne Intel Test.
3Intel. „Konsistent geringe Latenz für Ihre Storage-intensiven Aufgaben.“ Dezember 2019. intel.de/content/www/de/de/architecture-and-technology/optane-technology/low-latency-for-storage-intensive-workloads-tech-brief.html.
4Basierend auf Tests durch Intel vom 14.Juli 2018. Durchschnittliche Leselatenz gemessen bei einer Warteschlangentiefe von 1 bei wahlfreien Schreibzugriffen mit 4-KB-Blöcken. Gemessen mithilfe von FIO 3.1 im Vergleich zur Intel Referenzplattform mit 375 GB Intel® Optane™ SSD P4800X und 1,6 TB Intel® SSD P4600 im Vergleich zu SSDs, die seit dem 1. Juli 2018 im Handel erhältlich sind.
5Getestet durch Intel: 4K 70/30 Lese-/Schreibleistung bei geringer Warteschlangentiefe. Test- und Systemkonfiguration: CPU: Intel® Xeon® Gold 6140 Prozessor FC-LGA14B (2,3 GHz, 24,75 MB, 140 W, 18 Kerne), CD8067303405200, CPU-Sockel: 2, RAM-Kapazität: 32 GB, RAM-Modell: DDR4, RAM-Stuffing: n.z., belegte DIMM-Steckplätze: 2 Steckplätze, PCIe-Anschluss: CPU (nicht PCH-Lane), Chipsatz: Intel Chipsatz der Serie C620, BIOS: SE5C620.86B.00.01.0013.030920180427, Switch/ReTimer-Modell/Anbieter: Kabel OCuLink 800 mm gerade SFF-8611 zu rechtwinklig SFF-8611 Intel AXXCBL800CVCR, OS: CentOS 7.5, Kernel: 4.14.50 (LTS), FIO-Version: 3.5; NVMe-Treiber: Posteingang, C-States: deaktiviert, Intel® Hyper-Threading-Technik (Intel® HT-Technik): deaktiviert, CPU Governor (über Betriebssystem): Leistungsmodus. Verbesserte Intel SpeedStep® Technik (EIST), Intel® Turbo Boost Technik: deaktiviert und P-States: aktiviert.
6Basierend auf Tests durch Intel vom 15. November 2018: Gemessen mit FIO 3.1. Geläufige Konfiguration: Intel 2-HE-Serversystem, Betriebssystem: CentOS* 7.5, Kernel: 4.17.6-1.el7.x86_64, CPU: 2 x Intel® Xeon® Gold Prozessoren 6154 mit 3,0 GHz (18 Kerne), RAM: 256 GB DDR4-mit 2.666 MHz. Konfiguration: 375 GB Intel® Optane™ SSD P4800X und 3.2 TB Intel® SSD P4610. Intel® Mikrocode: 0x2000043, System-BIOS: 00.01.0013, Firmware der Intel® Management Engine (Intel® ME): 04.00.04.294, Firmware des Baseboard-Management-Controllers (BMC): 1.43.91f76955, FRUSDR: 1.43.
7Basierend auf Tests durch Intel vom 15. November 2018: Gemessen mit FIO 3.1. Geläufige Konfiguration: Intel 2-HE-Serversystem, Betriebssystem: CentOS* 7.5, Kernel: 4.17.6-1.el7.x86_64, CPU: 2 x Intel® Xeon® Gold Prozessoren 6154 mit 3,0 GHz (18 Kerne), RAM: 256 GB DDR4-mit 2.666 MHz. Konfiguration: 375 GB Intel® Optane™ SSD P4800X und 3.2 TB Intel® SSD P4610. Intel® Mikrocode: 0x2000043, System-BIOS: 00.01.0013, Firmware der Intel® Management Engine (Intel® ME): 04.00.04.294, Firmware des Baseboard-Management-Controllers (BMC): 1.43.91f76955, FRUSDR: 1.43.
8Nach einem Zitat von David Clark, Massachusetts Institute of Technology (MIT).
9Die in Leistungstests verwendete Software und Workloads können speziell für die Leistungseigenschaften von Intel Mikroprozessoren optimiert worden sein.
10Leistungstests wie SYSmark und MobileMark werden mit spezifischen Computersystemen, Komponenten, Softwareprogrammen, Operationen und Funktionen durchgeführt. Jede Veränderung bei einem dieser Faktoren kann abweichende Ergebnisse zur Folge haben. Für eine umfassende Bewertung Ihrer vorgesehenen Anschaffung, auch im Hinblick auf die Leistung des betreffenden Produkts in Verbindung mit anderen Produkten, sollten Sie zusätzliche Informationen und Leistungstests heranziehen. Ausführlichere Informationen finden Sie unter Intel.de/benchmarks.
11Die Leistungsergebnisse basieren auf Tests, die zu den in der Konfiguration angegebenen Daten durchgeführt wurden, und spiegeln möglicherweise nicht alle öffentlich erhältlichen Sicherheitsupdates wider. Einzelheiten zur Konfiguration siehe Backup. Kein Produkt und keine Komponente bietet absolute Sicherheit.
12 Kosten und Ergebnisse können variieren.
13Für die Funktion bestimmter Technik von Intel kann entsprechend konfigurierte Hardware, Software oder die Aktivierung von Diensten erforderlich sein.
14© Intel Corporation. Intel, das Intel Logo und andere Kennzeichen von Intel sind Marken der Intel Corporation oder ihrer Tochtergesellschaften. Andere Marken oder Produktnamen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.