So gestalten Intel und seine Branchenpartner die Zukunft der selbstlernenden neuromorphen Chips

Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass Accenture*, Airbus*, GE* und Hitachi* die ersten Unternehmensmitglieder der Intel Neuromorphic Research Community (Intel NRC) werden.

Auf einen Blick

  • Angesichts der Tatsache, dass die in Echtzeit zu analysierenden Datenmengen stetig anwachsen, sind neue Formen der Datenverarbeitung gefragt.

  • Selbstlernende neuromorphe Chips sollen in ihrer Funktionsweise dem menschlichen Gehirn ähneln und können mehr Rechenaufgaben mit großer Geschwindigkeit ausführen, was zu einer enorm hohen Energieeffizienz führt.

  • Intel arbeitet mit einer Reihe hochkarätiger Partner zusammen, um das Design der neuromorphen Computertechnik der Zukunft mit zu entwickeln.

BUILT IN - ARTICLE INTRO SECOND COMPONENT

Daten werden in immer größerer Menge generiert – um dies zu unterstützen, ist die richtige Infrastruktur nötig. Die Notwendigkeit, große Datenmengen zu erfassen und zu analysieren und Entscheidungen in Echtzeit zu treffen, führt zur Entwicklung innovativer Computing-Formen, die der aktuellen CPU-Architektur überlegen sind. Eine dieser Innovationen ist das so genannte Neuromorphic Computing, bei dem die Prinzipien echter Gehirne auf Computerarchitekturen angewendet werden, um bei diesen selbstständiges Lernen zu ermöglichen. Die Fähigkeit zu lernen verleiht neuromorphen Chips das Potenzial, mehr Rechenaufgaben mit sehr viel höherer Geschwindigkeit auszuführen. Dies führt zu einer enorm hohen Energieeffizienz. 

„Unsere Partner auf der ganzen Welt haben große Fortschritte bei der Entwicklung der grundlegenden Tools, Algorithmen und Methoden gemacht, die notwendig sind, um die neuromorphe Computertechnik von Intel nutzen zu können“

Die Prozessoren der nächsten Generation werden für die Zukunft der künstlichen Intelligenz (KI) entscheidend sein und könnten letztendlich überall dort verwendet werden, wo Daten in sich weiter entwickelnden Umgebungen in Echtzeit verarbeitet werden müssen. Der Markt für die neuromorphe Computertechnik steckt zwar noch in den Kinderschuhen – laut Analysten könnte sein Wert jedoch von 69 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 auf 5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2029 und bis zum Jahr 2034 sogar auf die beeindruckende Summe von 21,3 Milliarden US-Dollar ansteigen.1

Intel arbeitet bereits seit geraumer Zeit an der neuromorphen Computertechnik und hat bereits einen Testchip unter der Bezeichnung Loihi eingeführt. Der selbstlernende Prozessor soll in seiner Funktionsweise dem adaptiven Verhalten des menschlichen Gehirns ähneln. Darüber hinaus gab Intel vor Kurzem bekannt, dass Accenture*, Airbus*, GE* und Hitachi* als erste Unternehmensmitglieder der Intel Neuromorphic Research Community (Intel NRC) beigetreten sind. 

Die INRC wurde 2018 von Intel gegründet und hat das Ziel, die Herausforderungen der neuromorphen Computertechnik gemeinsam zu meistern. Die Community zählt mittlerweile mehr als 75 Mitglieder, darunter staatliche Labore, Start-ups im Bereich Neuromorphic Engineering und führende Universitäten aus aller Welt. Die Mitglieder entwickeln Proof-of-Concept-Anwendungen, die auf ihre Unternehmen zugeschnitten sind. Intel nutzt die Erkenntnisse dieser Forschungen im Anschluss für das Design der zukünftigen Prozessoren und Systeme.

Das Beratungsunternehmen Accenture ist Mitglied der INRC und arbeitet mit Unternehmen in aller Welt zusammen. In diesem Rahmen wollen F&E-Technologen von Accenture Labs* neue Wege finden, sowohl dem Unternehmen als auch seinen Kunden einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und die strategische Wirkung zu steigern. Accenture Labs soll testen, wie der Loihi-Chip von Intel Unternehmen dabei helfen könnte, sich auf eine Zukunft mit Workload-intensiven Arbeitsabläufen vorzubereiten – von der Interaktion intelligenter Fahrzeuge bis zur Spracherkennung.

Das Luftfahrtunternehmen Airbus, das auch im Bereich Cybersicherheit spezialisiert ist, arbeitet gemeinsam mit der Universität Cardiff an einem Projekt auf der Grundlage des Loihi-Prozessors von Intel. Ziel ist es herauszufinden, wie der Chip bestehende Technologien zur Erkennung von Malware, die von Airbus entwickelt wurden, weiter verbessern kann. Das Unternehmen hofft, dass die Fähigkeiten von Loihi, in Echtzeit zu lernen und zu skalieren, die Malware-Erkennung beschleunigen und präzisieren können. Dies hilft nicht nur im Kampf gegen Malware – das System funktioniert dabei auch auf einem niedrigen Energieniveau, sodass es sich ideal für eine konstante Überwachung eignet.

Der multinationale Mischkonzern GE untersucht ebenfalls, wie er die energieeffizienten und neuartigen Lernansätze von Loihi nutzen kann, um seinen Industriebetrieb zu verbessern. GE wird prüfen, wie der neuromorphe Chip von Intel robustes Online-Lernen an die Peripherie des industriellen Netzwerks bringen kann. Dies könnte eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten eröffnen, wie die Aktivierung adaptiver Steuerungen und autonomer Prüfungen sowie die Fähigkeit, die Datenspeicherung zu verbessern und die Gesamtkosten zu reduzieren.

Hitachi ist in mehreren Branchen tätig und testet ebenfalls, welche Unterstützung der Loihi-Chip bei der Entwicklung digitaler Lösungen für die Herausforderungen bieten kann, denen seine Kunden und die Gesellschaft gegenüberstehen. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass Loihi das Potenzial besitzt, die Daten aus einer großen Anzahl hochauflösender Kameras und Sensoren in kurzer Zeit zu erkennen und zu verstehen. Darüber hinaus prognostiziert Hitachi, dass neuromorphe Chips die Skalierbarkeit und Flexibilität von Edge-Computing-Systemen verbessern werden.

„Unsere Mitarbeiter auf der ganzen Welt haben große Fortschritte bei der Entwicklung der grundlegenden Tools, Algorithmen und Methoden gemacht, die notwendig sind, um die neuromorphe Computertechnik von Intel nutzen zu können,“ so Mike Davies, Direktor des Intel Neuromorphic Computing Lab. Zu den neuesten Partnern der INRC meint er: „Diese Gruppen bereichern uns um wichtige Perspektiven, Ideen und Herausforderungen, durch die die Forschungen nicht mehr nur im Labor, sondern auch in Anwendungen in der Praxis fortgeführt werden können.“

*Andere Marken oder Produktnamen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.

Produkt- und Leistungsinformationen