Im Strudel des Wandels: Die Zukunft der Unterhaltungswelt heißt Sie willkommen

Im zweiten Teil unserer Reihe über das durch den Strudel des Wandels neu entstehende wirtschaftliche Umfeld untersuchen wir den Einfluss umwälzender Technik auf das Gestalten und Konsumieren von Inhalten. Dazu berichten wir über Deadpool, Lady Gaga und die RSC.

Die Zeit der Preisverleihungen mag nun für ein weiteres Jahr zu Ende gegangen sein, aber die Verleihung der Oscars* hat uns ohne Zweifel wieder einmal in den Bann der Silberleinwand gezogen. Zwischen all dem Glamour und Glitzer der Hollywood-Prominenz glänzte ein weniger gefeierter Star, der nicht nur in der Filmindustrie großen Eindruck hinterlässt: die Digitaltechnik.

Die Veränderungen durch den Einfluss der Digitaltechnik auf die Unternehmenswelt sind eindeutig, sie hat aber auch einen profunden Einfluss darauf, wie wir Unterhaltung gestalten und konsumieren. Intel beschreibt diesen Zustand extremer technischer und wirtschaftlicher Umbrüche als den Strudel des Wandels, der nun seinen Auftritt auf der unstreitig größten aller Bühnen haben wird.

Aber war die Filmindustrie nicht bereits längst soweit? In den letzten zwei Jahrzehnten wurden die Computeranimationen (CGI) und Effekte immer wichtiger und die Kunstfertigkeit hat sich in diesem Bereich ständig weiterentwickelt und an Raffinesse zugenommen. Die fünf Oskar-Nominierungen für die besten visuellen Effekte waren in diesem Jahr im Wesentlichen eine Momentaufnahme des neuesten Stands der Technik, weil die Auszeichnungen den Ideenreichtum und die realistischen Effekte der Teams in der Filmproduktion während der letzten zwölf Monate honorierte. Tatsächlich demonstrierte die Arbeit des diesjährigen Gewinners MPC*, des Teams für visuelle Effekte bei The Jungle Book*, eindrucksvoll das Können, das in diesem Gewerbe steckt. Außergewöhnlich bei diesem Film war, dass sämtliche Aufnahmen in einer Bluebox mit nur einem echten Schauspieler (Neel Sethi, der den Mowgli spielt) gedreht wurden und auch der Dschungel sowie die Tiere als Nebendarsteller computeranimiert waren. 

„Atomic Fiction demonstriert auf geschäftlicher Ebene, wie Pionierarbeit mit neuer Technik ganze Branchen verändern und neue Geschäftsmodelle schaffen kann.“

Flugdrohnen, Echtzeit-Motion-Capture und 360-Grad-Wiederholung von Spielszenen sind keine Zukunftsmusik mehr.

Natürlich ist es nicht nur die Filmindustrie, die von den Vorteilen der neuen Technik profitiert. Die Kunden erwarten heutzutage unabhängig davon, ob sie neue Artikel, Fernsehsendungen, Spiele oder Sportveranstaltungen konsumieren, dass sie jederzeit und überall mit verschiedenen Geräten auf Inhalte zugreifen können.

In den letzten zwölf Monaten gab es zahlreiche herausragende Anwendungen der Digitaltechnik in verschiedenen Unterhaltungsbereichen. Falls Sie sich dieses Jahr den Super Bowl 51* angesehen haben, sind Ihnen sicher viele technische Innovationen aufgefallen. Intel® Shooting Star™ Drohnen zogen während der „Pepsi* Zero Sugar“-Super-Bowl-Halbzeit-Show eine Menge Aufmerksamkeit auf sich, als eine Flotte von 300 Drohnen die Zuschauer zu Beginn von Lady Gagas Auftritt mit atemberaubenden Projektionen verzauberte. Für Event-Veranstalter bietet die Technik der Multikopter-Drohnen umfangreiche Geschäftsmöglichkeiten. Dass die Multikopter programmierbar und wiederverwendbar sind, macht sie herkömmlichen Aktionen, wie beispielsweise einem Feuerwerk, deutlich überlegen. Diejenigen Veranstalter, die diese digitalen Tools nutzen, haben gute Chancen, ihre angebotenen Dienste und damit ihr Geschäft auszubauen.

Digitaltechnik war beim Super Bowl auch auf dem Spielfeld ein bedeutendes Thema. FOX Sports*, der offizielle Fernsehsender für den Super Bowl, stellte die Funktion „Be the Player*“ vor. Dank diesem Feature kannten die Fans die Vorgänge – im Gegensatz zu herkömmlichen Weitwinkelwiederholungen – so sehen, wie sie der Spieler in der Hitze des Gefechts sieht. Die einzigartige Perspektive wurde mithilfe der Aufnahmen von 38 Super-Motion- und 4K-Kameras, die rund um das Spielfeld installiert waren, zum Leben erweckt. Ein riesiges Aufgebot an Intel-Verarbeitungskapazität sorgte für die Verarbeitung der Daten und erstellte durch Hinzufügen einer „virtuellen Kamera“ eine 3D-Momentaufnahme aus der Sicht des Spielers. Es dauerte annähernd 2 Minuten, 15 – 30 Sekunden lange Wiederholungen zu erstellen. Diese Technik wird auch von der NBA*, MLB* und LaLiga* verwendet.

Auch jenen, die eher traditionellen Vergnügen als Sportveranstaltungen zugeneigt sind, bietet die Digitaltechnik ein neues Zuschauererlebnis. Die kürzlich von der Royal Shakespeare Company* (RSC) gezeigte Produktion des Stücks „Der Sturm“ besticht mit einem Avatar auf der Bühne, durch den der Schauspieler, der die Rolle des Luftgeistes Ariel mimt, sich während der Aufführung in eine Wassernixe, anschließend in eine Hyäne und wieder zurück in einen Geist verwandeln kann. Was diese digitale Projektion so einzigartig macht, ist, dass all dies in Echtzeit geschieht.

Bei einigen Szenen trägt der Schauspieler eine am Kopf montierte Kamera, die mithilfe des Gesichtserkennungssystems der Imaginarium Studios* sein Mienenspiel in Echtzeit auf das Gesicht der Hyäne übertragt, was der Aufführung noch mehr Realität verleiht. „Während sich Motion-Capture längst etabliert hat, ist das Konzept der Verarbeitung aller Daten in Echtzeit ein gigantischer Sprung nach vorne. Denn dies erfordert erhebliche Rechen- und Verarbeitungsleistung, die bislang einfach nicht zur Verfügung stand oder zumindest nicht in einem Format, das hinter der Bühne in einem Theater wie The Globe hätte untergebracht werden können“, meint Feltham.

Mit den wachsenden Rechenkapazitäten sind wir vielleicht nur einige Jahre von kompakten Motion-Capture- und CGI-Rendering-Farmen entfernt, die neben den Lichtmischpulten der Theater Platz finden. Aus der unternehmerischen Perspektive könnte diese stärkere Fokussierung auf digitale Ressourcen tiefgreifende Auswirkungen auf das Ressort der Kostümbildner haben. Anstatt Kostüme herzustellen und den Bestand zu pflegen, könnten die Schneiderinnen damit beschäftigt sein, Bewegungssensoren in die Kleidung zu nähen oder gelegentlich Firmware-Updates bei der Technik für die Bewegungserfassung durchzuführen. Vergleichbar mit dem Aufkommen von Nähmaschinen während der ersten industriellen Revolution, passen sich vielleicht jene mit Nadel und Faden Bewaffneten schneller als die meisten anderen an die vierte industrielle Revolution an.

Versäumen Sie auch nicht den nächsten Beitrag aus unserer Reihe, in dem wir den Schwerpunkt auf die bevorstehenden Veränderungen durch 5G legen.

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