Wie baut man einen Gaming-PC

Der Zusammenbau Ihres eigenen PCs wird Ihr Gaming-Erlebnis beflügeln und ermöglicht es Ihnen, die einzelnen Komponenten jederzeit aufzurüsten.

Ein ausführlicher Leitfaden für den Aufbau Ihres ersten Gaming-PCs.

Sich einen eigenen PC zu bauen, mag zunächst schwierig erscheinen. Wenn Sie allerdings zu den Computerspielern gehören, haben Sie sicher bereits mindestens einmal mit diesem Gedanken gespielt. Denn schließlich bringt nur ein selbst konfiguriertes Gaming-Rig die Sicherheit, genau das zu erhalten, was Ihnen vorschwebt. Wenn Sie selbst die Kontrolle darüber haben, was in Ihrem PC steckt, angefangen beim Netzteil, wissen Sie, dass Sie ohne Leistungsverluste Ihre Lieblingsspiele mit der gewünschten Bildfrequenz spielen können. Der Aufbau eines eigenen PCs ist einfacher als Sie denken, macht Spaß und ist bereichernd. Falls Sie bereits zu den Gamern gehören, ist dies außerdem der perfekte nächste Schritt, denn mit einem Eigenbau-PC halten Sie sich Optionen für Upgrades offen, wenn sich die Technik, Ihre Bedürfnisse oder Ihre Vorlieben beim Gaming ändern – oder Ihr Budget es erlaubt.

Der Aufbau eines Gaming-PCs ist nicht schwierig, allerdings ist die Vorgehensweise auch nicht immer sehr intuitiv. Deshalb haben wir diesen ausführlichen Leitfaden zusammengestellt, der Ihnen Schritt für Schritt den Bau Ihres ersten Gaming-PCs erklärt und Tipps und Tricks von unseren versierten Computerbauern enthält.

VORBEREITUNG (1): WERKZEUG

Arbeitsfläche
Sie benötigen eine größere Arbeitsfläche, wie einen Tisch. Um elektrostatischen Entladungen vorzubeugen, die empfindliche Komponenten beschädigen könnten, sollten Sie sich bei der Arbeit nicht auf einem Teppichboden befinden.

Schraubendreher
Sie benötigen für nahezu alle Arbeiten einen Kreuzschlitzschraubendreher der Größe PH2.

Optional: Wenn Sie ein SSD oder anderes Bauteil im M.2-Format installieren, brauchen Sie einen Kreuzschlitzschraubendreher der Größe PH0.

Tipp vom Profi: Magnetische Schraubendreher verhindern, dass Ihnen Schrauben in das Gehäuse fallen (diese Schraubendreher sind nur schwach magnetisch und sollten keine Auswirkungen auf die Komponenten haben).

Teileorganisation
Die meisten Komponenten enthalten zusätzliche Teile, wovon einige optional und andere erforderlich für die Installation sind. Sie sollten sich eine Möglichkeit schaffen, die verschiedene Schrauben, Kabelbinder, Kabel, Handbücher usw. nach einzelnen Komponenten zu sortieren, weil diese Teile ohne die richtige Organisation leicht vertauscht werden können.

Tipp vom Profi: Wir empfehlen Ihnen, für die verschiedenen Schrauben magnetische Unterlagen oder Behälter mit mehreren kleinen Fächern, wie z. B. leere Eierkartons oder sonstige Behälter zu verwenden.

Lichtquelle
Bauen Sie Ihren PC in einem gut ausgeleuchteten Bereich mit mehreren Lichtquellen auf, damit Sie nicht Ihre einzige Lichtquelle verdecken, wenn Sie sich über das Gehäuse beugen.

Tipp vom Profi: Mit einer beweglichen Lichtquelle haben Sie die Möglichkeit, alle Ecken und Kanten Ihres Gehäuses auszuleuchten. Ideal wäre eine Stirnlampe, da Sie damit die Hände frei haben, aber Sie können auch eine Taschenlampe, Ihr Smartphone oder eine Schreibtischlampe verwenden.

Antistatik-Handgelenk-Manschette
Diese ist nicht zwingend notwendig, hilft Ihnen aber sicherzustellen, dass Sie nicht versehentlich empfindliche Komponenten durch eine elektrostatische Entladung beschädigen. (Dies passiert zwar nicht häufig, aber Sie sind damit auf der sicheren Seite und die Antistatik-Handgelenksbänder sind preisgünstig.)

Kabelbinder
Auch diese sind nicht unbedingt nötig, aber sie verhindern Kabelsalat im Inneren des PCs und es sieht besser aus. Sollten Sie keine Kabelbinder kaufen wollen, können Sie die Kabel auch miteinander verflechten bzw. verdrehen, allerdings sind es sehr viele Kabel. Sie können auch Klettbänder verwenden, die manchmal mitgeliefert werden.

Schere
Diese benötigen Sie zum Auspacken der Komponenten und für das Abschneiden der Kabelbinder.

Vorbereitung (2): DAS PASSENDE GEHÄUSE

Bevor Sie die Auswahl der einzelnen Komponenten treffen, sollten Sie eine Vorstellung vom gewünschten Gehäuse oder zumindest von der Größe des Gehäuses haben.

Dabei ist es wichtig darüber nachzudenken, wo Sie Ihren PC aufstellen wollen.
Der Standort Ihres PCs bestimmt letztendlich, wie groß Ihr Gehäuse sein darf, und wenn Sie dies wissen, hilft es Ihnen auch bei der Entscheidung, ob sich die Mehrausgabe für verschiedene Features lohnt, denn Sie wollen sicher nicht extra für eine Seitenwand aus Sicherheitsglas bezahlen, wenn der PC verborgen unter Ihrem Schreibtisch steht.

Gehäuse gibt es normalerweise in drei Ausführungen: Big Tower, Midi-Tower und Mini-Tower. Dies sind sehr allgemeine Kategorien (die genauen Gehäuseabmessungen sind von Hersteller zu Hersteller verschieden, sie orientieren sich aber an der Mainboard-Größe: Die Big-Tower-Gehäuse sind so konzipiert, dass sie sich sowohl für E-ATX-Mainboards („Extended ATX“) als auch für Standard-ATX-Mainboards („Full Size“) eignen; Midi-Tower-Gehäuse sind für Standard-ATX-Mainboards geeignet und in Mini-Tower-Gehäuse passt eine Reihe kleinerer Mainboards, wie beispielsweise Mini-ITX-Mainboards.

Allgemein sind Midi-Tower am weitesten verbreitet. Die Größen der Midi-Tower können etwas variieren, sie sind etwa 45 bis 50 cm hoch, 43 bis 50 cm tief und 15 bis 20 cm breit.

Midi-Tower-Gehäuse bieten normalerweise ausreichend Platz für eine Gaming-Ausstattung mit mehreren Grafikkarten, Festplatten und einem vernünftigen Kühlsystem.

Big-Tower-Gehäuse sind größer als Midi-Tower, sie sind üblicherweise 55 bis 60 cm hoch, 45 bis 50 cm tief und mehr als 20 cm breit. Wenn Sie ein E-ATX-Mainboard oder ein aufwendiges Kühlsystem bzw. zusätzlichen Massenspeicher einbauen möchten, benötigen Sie wahrscheinlich ein Big-Tower-Gehäuse, obwohl sich auch manche Midi-Tower für E-ATX-Mainboards eignen.

Bei Mini-Tower-Gehäusen oder SFF-Konfigurationen (Small Form Factor) steht die Kompaktheit im Vordergrund. SFF-Konfigurationen wurden zwar über mehrere Generationen weiterentwickelt, jedoch macht es der Aufbau bei einem Mini-Tower (besonders bei Verwendung eines Mini-ITX-Mainboards) nach wie vor erforderlich, dass Sie sorgfältig alle Komponenten planen, d. h. Sie müssen Komponenten verwenden, die speziell für kleine Gehäuseabmessungen vorgesehen sind, wie etwa Grafikkarten mit halber Länge oder eine einsprechende Kühlvorrichtung, wobei anschließend wenig oder gar kein Platz mehr für Upgrades bleibt. Aus diesen Gründen befürworten wir nicht, dass Anfänger mit dem Aufbau von SFF-Systemen beginnen, allerdings kann es für Fortgeschrittene, die schon ein oder zwei Computer gebaut haben, eine vergnügliche Herausforderung sein.

Sobald Sie wissen, welche Größe Ihr Gaming-PC haben soll, sollten Sie sich nach einem Gehäuse umsehen, dass Ihren Plänen entspricht. Wenn Sie sich nicht auf eine bestimmte Größe festlegen können, sollten Sie sich eher für ein größeres Gehäuse entscheiden, weil sich damit einfacher arbeiten lässt und Sie später mehr Platz für Erweiterungen haben. Allerdings sollten Sie auch bedenken, dass ein wenig größer zwar positiv sein wird, viel größer aber nicht unbedingt besser ist, weil es bei großen Gehäusen, die nicht ausreichend gekühlt werden, zu Wärmestaus kommen kann.

Alle Gehäuseformate sind in unterschiedlichen Preisbereichen erhältlich, sodass es nicht schwierig für Sie sein sollte, ein für Ihr Budget passendes zu finden. Die teureren Gehäuse bieten mitunter zusätzliche Premium- und praktische Eigenschaften, wie Geräuschdämpfung, höherwertige Materialien, herausnehmbare Laufwerkseinschübe und eine besser umgesetzte Kabelführung, wobei diese die Leistungseigenschaften des PCs nicht spürbar beeinflussen.

VORBEREITUNG (3): KOMPONENTEN

Als Nächstes geht es darum, die Komponenten zusammenzustellen. Dieser Schritt kann so weitreichend sein, wie Sie es wünschen. Sie können sich intensiv über jede einzelne Komponente informieren, um ein von Grund auf maßgeschneidertes System zu bauen, oder aber online nach einem vorgefertigten System suchen und dieses Ihrem Budget und Ihren Bedürfnissen entsprechend anpassen.

Wir empfehlen Ihnen auf alle Fälle, zunächst Ihr Budget festzulegen, bevor Sie mit der Zusammenstellung der Komponenten beginnen (damit Ihr Einkauf nicht außer Kontrolle gerät) und Sie haben ja später immer noch die Möglichkeit einzelne Komponenten aufzurüsten.

Tipp vom Profi: Erstellen Sie am besten eine Teileliste, bevor Sie mit Ihren Einkäufen beginnen, auch weil alle Komponenten kompatibel miteinander sein müssen.

Tipp vom Profi: Wenn Sie den Gaming-PC bauen wollen, um ein bestimmtes Spiel darauf zu spielen, sehen Sie sich zunächst die empfohlene Mindestsystemausstattung an und planen Sie entsprechend.

Dies sind die Hardware-Komponenten, die Sie für den Eigenbau eines Gaming-PCs benötigen:

  • Prozessor (Central Processing Unit, CPU)
  • Mainboard (auch Motherboard genannt) Arbeitsspeicher (RAM)
  • Grafikcontroller (GPU, Graphics Processing Unit), auch Grafikkarte
  • Datenspeicher – SSD und/oder HDD (Festplatte)
  • Netzteil
  • Systemkühlung – CPU-Kühlung und Luftzirkulation im Gehäuse
  • Gehäuse
  • Monitor
  • Für Gaming geeignete Peripherie (Tastatur, Maus, Kopfhörer) Betriebssystem

Nun werfen wir einen Blick darauf, wofür jede Komponente zuständig ist, weshalb sie benötigt wird und worauf Sie bei Ihrem Einkauf achten müssen.

Prozessor (Central Processing Unit, CPU)

Der Systemprozessor (Central Processing Unit, CPU), meistens einfach Prozessor genannt, ist im Grunde das Gehirn des Computers. Hier passiert das Magische: Wenn ein Computerprogramm abläuft, sendet es eine Liste von Befehlen (die eigentlich eher Aufgaben sind) an die CPU. Die CPU führt nun jeden dieser „Befehle“ aus und sendet gleichzeitig Signale an andere Komponenten, um ihnen mitzuteilen, wann sie eine Aufgabe ausführen müssen.

Es gibt im Zusammenhang mit CPUs zwei hauptsächliche Leistungsmaßstäbe: die Anzahl der Kerne und die Taktfrequenz. Die Anzahl der Kerne gibt an, wie viele Recheneinheiten die CPU hat oder mit anderen Worten, wie viele Aufgaben die CPU simultan verarbeiten kann, während die Taktfrequenz angibt, wie schnell die CPU jede Aufgabe erledigt. Einige der leistungsfähigeren CPUs arbeiten mit Hyper-Threading-Technik, die es jedem Prozessorkern ermöglicht, mehrere Threads (Programmsequenzen) parallel zu verarbeiten und so die Leistung bei Multithread-Software zu verbessern.

Tipp vom Profi: Die meisten heutigen CPUs verfügen über mehrere Kerne und viele moderne Spiele sind dafür ausgelegt, sich dies zunutze zu machen. Auch deshalb sollten Sie nach einer CPU mit mindestens vier Kernen Ausschau halten. Zusätzliche Kerne können hilfreich sein, wenn Sie mehr Aufgaben zeitgleich zuweisen wollen, wie z. B. Streamen und Aufzeichnen Ihres Spielverlaufs.

Mainboard

Das Mainboard oder Motherboard ist die Hauptplatine und mit allem verbunden. Die CPU sitzt direkt auf den Mainboard; Ihre CPU und Ihr Mainboard müssen deshalb kompatibel sein (dabei kann Intels Desktop-Kompatibilitätstool behilflich sein). Und alle weiteren Komponenten, wie Grafikkarten, Festplatten, Arbeitsspeicher, optische Laufwerke und Funknetzcontroller werden direkt auf dem Mainboard integriert.

Mainboards gibt es in verschiedenen Größen. Die gängigsten Formate sind Extended-ATX (E-ATX), ATX, Micro-ATX und Mini-ITX. Das E-ATX-Mainboard ist mit den Abmessungen 30,48 x 33,02 cm oder 30,48 x 25,65 cm (12 x 13 Zoll oder 12 x 10,1 Zoll) das größte und kann bis zu acht RAM-Steckplätze haben (für bis zu 128 GB RAM). Das ATX-Mainboard ist mit 30,48 x 24,38 cm (12 x 9,6 Zoll) nur geringfügig kleiner, hat aber normalerweise nur bis zu vier RAM-Steckplätze. Das Micro-ATX-Mainboard mit 24,38 x 24,38 cm (9,6 x 9,6 Zoll) kann ebenfalls mit bis zu vier RAM-Steckplätzen ausgestattet sein; das Mini-ITX mit 17,02 x 17,02 cm (6,7 x 6,7 Zoll) hat aber nur zwei.

Tipp vom Profi: Jede der Komponenten muss in das Mainboard eingesteckt werden, deshalb sollten Sie eines auswählen, das für die aktuelle und die zukünftige Hardware Platz bietet.

Arbeitsspeicher (RAM)

Das Random Access Memory (RAM) ist das Kurzzeitgedächtnis Ihres PCs; dieser Speicher ist schneller und einfacher zugänglich als das Langzeitgedächtnis des PCs (Daten- oder Massenspeicher, z. B. Festplatten), aber er speichert Inhalte auch nur vorübergehend. Hier speichert der PC die Daten, die er aktiv nutzt (die Listen mit Befehlen, die die CPU lesen und ausführen muss). Herauszufinden, wie viel RAM Sie benötigen, kann sich als schwierig erweisen, auch weil mehr RAM als die Kapazität, die Sie benötigen, nur Geldverschwendung ist und zu wenig davon einen negativen Einfluss auf die Systemleistung hat. Im Idealfall würden Sie genau die passende RAM-Kapazität installieren. (Aber im Allgemeinen benötigt ein durchschnittliches Gaming-Rig zwischen 8 und 16 GB RAM.)

Das wichtigste beim Einkauf von RAM ist, darauf zu achten, was Ihr Mainboard und Ihr Prozessor unterstützen können. RAM, das schneller ist als das, was Ihr System unterstützt, wird so weit heruntergetaktet, dass Ihr Systems damit arbeiten kann.

Tipp vom Profi: Wenn Sie sich für Hochgeschwindigkeits-RAM entscheiden, sollten Sie RAM mit Unterstützung der Intel® XMP-Spezifikation (Intel® Extreme-Memory-Profil) wählen. Hochgeschwindigkeits-RAM läuft mit einem Standardtakt (niedriger als angegeben), außer es wird übertaktet, und Intel® XMP erleichtert dies mit vordefinierten und getesteten Profilen.

Grafikprozessor (GPU)

Es gibt zwei Arten von Grafikprozessoren: integrierte und separate. Integrierte Grafikprozessoren sind auf dem CPU-Chip integriert. Die integrierten Grafikprozessoren wurden im Lauf der Jahre deutlich verbessert, sind jedoch immer noch nicht so leistungsstark sind wie separate Grafikkarten.

Separate Grafikkarten sind große, leistungsstarke Komponenten, die über PCIe* an das Motherboard gekoppelt sind und über eigene Ressourcen wie Videospeicher und (in der Regel) ein aktives Kühlsystem verfügen. Eine separate Grafikkarte ist ein Muss für Gamer, die mit Vergnügen die heutigen anspruchsvollen und grafikintensiven Spiele genießen wollen. Passionierte Computerspieler werden sich für Grafikkarten interessieren, die gleichbleibende Bildfrequenzen von mindestens 60 Bildern/Sekunde (FPS) bei der gewünschten Auflösung erzeugen (alles, was darunter liegt, kann abgehackt wirken), während Spieler, die in der virtuellen Realität spielen wollen, nach Grafikkarten suchen sollten, die gleichbleibende Bildfrequenzen von mindestens 90 Bildern/s liefern.

Tipp vom Profi: Da die GPU nicht die einzige Komponente ist, die die Bildfrequenz beeinflusst, ist es wichtig, dass der Gaming-PC ausgewogen konfiguriert wird, sonst treten an anderer Stelle Leistungsengpässe auf.

Tipp vom Profi: High-End-Grafikkarten sind nicht billig. Wenn Sie die Kosten niedrig halten wollen, achten Sie auf Angebote für die letzte Grafikkartengeneration, weil die vorherigen Generationen der GPUs ähnliche Ergebnisse zu einem niedrigeren Preis bieten.

Massenspeicher: Solid-State-Laufwerke (SSDs, einschließlich Intel® Optane™ Speicher), Festplattenlaufwerke (HDDs)

Es gibt zwei Arten von Massenspeicher: Solid-State-Laufwerke (SSDs) und Festplattenlaufwerke (HDDs). Beide haben Vor- und Nachteile. Das Gute dabei ist aber, dass Sie sich nicht nur für eine Option entscheiden müssen.

Bei SSDs wird für die Datenspeicherung NAND-Flash-Speicher genutzt, der dem Flash-Speicher eines USB-Sticks ähnelt, aber schneller und zuverlässiger ist, während HDDs Daten auf rotierenden magnetisierten Metallscheiben („Platters“ genannt) speichern. SSDs verwenden für den Zugriff auf ihre gespeicherten Daten einen integrierten Prozessor, während bei Festplatten mechanische Arme mit Lese- und Schreibkopf erforderlich sind. Weil SSDs solche mechanische Vorrichtungen nicht brauchen, erfolgt der Datenzugriff wesentlich schneller als bei HDDs, und weil sie keine rotierenden Platters mit dem entsprechenden Antrieb haben, sind sie im Allgemeinen auch viel kleiner und weniger anfällig für mechanische Beschädigungen. Der schnelle Datenzugriff und der praktische Aufbau von SSDs haben ihren Preis – SSDs kosten pro Gigabyte mehr als HDDs.

Moderne SSDs werden für zwei unterschiedliche Übertragungsprotokolle angeboten: SATA (das ältere Protokoll mit größerer Verzögerung [Latenz] und geringerer maximaler Bandbreite) und NVMe* (Non-Volatile Memory Express*), das zur Steigerung der Leistung die PCI-Express*-Schnittstelle verwendet.

Festplattenlaufwerke werden heutzutage in zwei Standardformaten angeboten: als 2,5-Zoll-Laufwerk (häufiger in Notebooks anzutreffen und meist etwas langsamer mit 5400 U/min) und als 3,5-Zoll-Laufwerk (in Desktop-PCs üblicher, meistens mit Drehzahlen von 7200 U/min oder höher).

Neben den herkömmlichen SSDs und HDDs gibt es auch noch eine Option, welche die Lücke bei der Zugriffsgeschwindigkeit überbrückt: Intel® Optane™ Speicher als Datenspeicher-Beschleuniger. Intel® Optane™ Speicher basiert auf der Intel® 3D XPoint™ Speichertechnik und beschleunigt den Datenzugriff bei langsameren Laufwerken (hauptsächlich HDDs) dadurch, dass er häufig abgerufene Daten zwischenspeichert und sich die Zugriffsmuster merkt. Intel® Optane™ Speicher „lernt“, welche Spiele am häufigsten geladen werden und nutzt diese Daten, um das Spiels schneller zu starten und die Ladezeiten von Levels zu verkürzen.

Tipp vom Profi: Sie müssen sich nicht auf eine der Möglichkeiten festlegen. Viele verwenden ein SSD mit geringerer Kapazität als Bootlaufwerk (für das Betriebssystem, für Spiele und für andere Programme) und füllen die restlichen Laufwerkschächte in ihrem Gehäuse mit preisgünstigen Festplatten, um maximale Datenspeicherkapazität zu erhalten.

Netzteil

Das Netzteil (engl. Power Supply Unit, PSU) ist keine besonders spannende Komponente, aber dennoch sehr wichtig. Sparen wäre hier fehl am Platz, denn es muss gut verarbeitet und leistungsstark genug sein, um alle von Anfang an eingebauten und die zukünftig hinzukommenden Komponenten unterstützen zu können, und es schadet nicht, wenn Sie bei der Auswahl auf Nummer sicher gehen. Denken Sie daran, dass das Netzteil alle ihre anderen PC-Komponenten mit Strom versorgt.

Netzteile werden als nicht modulare, teilmodulare und modulare Modelle angeboten. Bei nicht modularen Netzteilen sind alle Stromversorgungskabel fest installiert. Dies ist zwar die preisgünstigste Option, doch muss Platz für all diejenigen Kabel freigehalten werden, die Sie definitiv nie verwenden werden. Zu viele ungebrauchte Kabel führen zu einer mangelhaften Kabelführung, mit der die Luftzirkulation behindert und letztendlich die Leistung des PCs beeinträchtigt werden kann.

Teilmodulare Netzteile sind für die meisten die beste Option. Bei ihnen sind einige grundlegende Stromversorgungskabel fest installiert, und sie sind preisgünstiger als die vollständig modularen Modelle. Vollständig modulare Netzteile sind noch einfacher zu handhaben als teilmodulare, der zusätzliche Komfort kostet jedoch Geld.

Tipp vom Profi: Falls Sie das Netzteil im Internet kaufen, müssen Sie darauf achten, dass es für das Stromnetz in Ihrem Land/Ihrer Region geeignet ist.

Systemkühlung – CPU-Kühlung und Luftzirkulation im Gehäuse

PCs erzeugen Abwärme und High-End-Gaming-PCs erzeugen besonders viel Wärme. Bei einigen Komponenten werden Kühlvorrichtungen mitgeliefert: Grafikkarten und Netzteile haben eigene Lüfter und bei Gehäusen gehören oftmals einige Lüfter zum Lieferumfang. Für Systeme, die nicht für Gaming bestimmt sind, kann diese Mindestausstattung ausreichend für die Kühlung sein – bei Gaming-Systemen muss diesem Aspekt jedoch meist mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Es gibt hauptsächlich zwei Möglichkeiten, die im PC entstehende Wärme abzuführen: durch Luft- oder Flüssigkeitskühlung.

Bei der Luftkühlung wird die erhitzte Luft mithilfe von Lüftern weg von den Komponenten durch das Gehäuse geschleust, um eine Überhitzung der Komponenten zu verhindern. Die Vorteile der Luftkühlung sind vor allen Dingen die niedrigeren Kosten und der einfache Einbau (Lüfter sind kleiner und lassen sich leichter in einem beengten Gehäuse unterbringen). Nachteilig ist bei der Luftkühlung in erster Linie, dass ihre Wirkung aufgrund mehrerer Faktoren eingeschränkt ist: Für die Luftkühlung ist eine effiziente Zirkulation im Gehäuse unverzichtbar, damit die erhitzte Luft von den Komponenten abgeführt werden kann, und alles, was diese Zirkulation behindert, kann zu Problemen führen.

Bei der Flüssigkeitskühlung nimmt ein flüssiges Kühlmittel (z. B. destilliertes Wasser) die Abwärme der Komponenten auf und transportiert sie in einen weniger beengten Bereich, wo der Kühler mit seinen Kühlrippen platziert ist. Flüssigkeitskühlung hängt weniger von der Luftzirkulation im Gehäuse ab und sorgt deshalb für eine effektivere Kühlung bestimmter Komponenten. Der Nachteil bei der Flüssigkeitskühlung ist, dass diese Kühlsysteme üblicherweise mehr Raum einnehmen und schwieriger zu installieren sind als typische Luftkühlungen – und sie sind auch teurer.

Neben der allgemeinen Kühlung des Systems wird auf jeden Fall ein eigener Kühler für die CPU benötigt. CPU-Kühler gibt es sowohl in luft- als auch in flüssigkeitsgekühlter Bauweise und sie werden direkt auf der CPU befestigt. Beim Einkauf eines CPU-Kühlers muss darauf geachtet werden, dass er mit der gewählten CPU kompatibel ist und von der Größe her in das System passt.

Tipp vom Profi: In einem luftgekühlten System bedeuten mehr Lüfter nicht notwendigerweise eine bessere Kühlung. Es kommt auf die Qualität der Lüfter und auf ihre Platzierung an.

Peripheriekomponenten

Monitore, Tastaturen, Mäuse, Kopfhörer und andere Peripheriegeräte sind meist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Sie müssen diese Artikel nicht zusammen mit den Komponenten kaufen, aber Sie werden einen Bildschirm, eine Tastatur und eine Maus brauchen, um Ihr System nach dem Zusammenbauen einzurichten.

Tipp vom Profi: Achten Sie bei der Auswahl der Peripherie auf die Ausgewogenheit des Gesamtsystems. Selbst wenn Sie die besten Komponenten der Welt gekauft haben, aber noch einen 1080p-Monitor mit 60 Hz Bildwiederholfrequenz verwenden, werden Sie die Vorteile Ihrer Hardware nicht voll ausschöpfen können.

1. SCHRITT: INSTALLIEREN DER CPU

Teile/Werkzeug: Mainboard, CPU

Nehmen Sie das Mainboard aus seiner Antistatik-Verpackung und legen Sie es auf Ihre Arbeitsfläche. Sehen Sie nach dem CPU-Sockel, der mit einer schützenden Kunststoffkappe abgedeckt ist. In einer Ecke der Kunststoffkappe bzw. auf dem CPU-Sockel selbst befindet sich ein kleiner Pfeil. Merken Sie sich die Stelle.

Tipp vom Profi: Sie müssen die Kunststoffkappe nicht entfernen, weil die bei der Installation der CPU entstehende Spannung dazu führt, dass sich die Kappe löst. Wenn Sie versuchen, die Kappe selbst zu entfernen, könnten Sie die empfindlichen Pins (Kontakte) darunter berühren und beschädigen.

Neben dem CPU-Sockel befindet sich ein kleiner Metallhebel. Drücken Sie diesen leicht nach unten und ziehen Sie ihn vorsichtig zur Seite (vom CPU-Sockel weg), um die Verriegelung des Sockels zu öffnen.

Nehmen Sie die CPU aus der Verpackung. Sie sollten beim Umgang mit der CPU sehr vorsichtig sein, weil sowohl die CPU selbst als auch der CPU-Sockel äußerst empfindlich sind und leicht beschädigt werden können. Halten Sie die CPU nur an den Kanten fest und berühren Sie dabei niemals die Pins (Kontakte) auf der Unterseite, weil sich an Fingern Staub und Fett befindet, und vermeiden Sie es nach Möglichkeit auch, die Oberseite des Prozessors zu berühren.

In einer Ecke der CPU befindet sich ein Pfeil. Richten Sie diesen Pfeil über dem Pfeil auf dem Sockel aus und setzen Sie die CPU dann vorsichtig in den Sockel ein.

Tipp vom Profi: Die CPU lässt sich nur in einer Richtung einsetzen und dazu ist kein Kraftaufwand notwendig. Sie können die CPU vorsichtig bewegen, um sie zu platzieren, allerdings sollten Sie dabei weder Druck ausüben oder schieben noch in anderer Weise versuchen, die CPU mit Gewalt in den Sockel zu setzen.

Sobald die CPU vorsichtig platziert wurde, können Sie den Hebel nach unten absenken und wieder verriegeln. Beim Absenken des Hebels kann etwas Kraft erforderlich sein, beim Einsetzen der CPU allerdings nicht!

2. SCHRITT: (OPTIONAL) M.2-SSDs INSTALLIEREN

Teile/Werkzeug: Mainboard, M.2-SSD, Kreuzschlitzschraubendreher der Größe PH0, Handbuch des Mainboards

Wenn Sie ein M.2 Solid-State-Drive installieren wollen, ist nun der richtige Zeitpunkt dafür. Zunächst müssen Sie den M.2-Steckplatz auf dem Mainboard finden. Es ist ein kleiner, horizontaler Steckplatz mit einer kleinen Schraube gegenüber. Falls Sie ihn nicht finden können oder mehrere M.2-Steckplätze vorhanden sind oder falls Sie vorhaben, mehrere M.2-SSDs zu installieren, sehen Sie im Handbuch für Ihr Mainboard nach.

Entfernen Sie die kleine Schraube mit dem Kreuzschlitzschraubendreher der Größe PH0. Achten Sie darauf, sie nicht zu verlieren.

Schieben Sie das M.2-SSD vorsichtig in den Steckplatz. Wenn es richtig und vollständig sitzt, steht es in einem 35-Grad-Winkel vom Mainboard ab. Drücken Sie das SSD nach unten und befestigen Sie die kleine Schraube wieder.

Tipp vom Profi: Die Installation eines M.2-SSDs kann die Verwendung anderer Datenspeicherkonfigurationen (insbesondere SATA-basierte Datenspeicher und Datenspeicher als PCIe*-Erweiterungskarten) einschränken. Sie sollten deshalb bei der Planung des Massenspeichers Ihr Benutzerhandbuch zu Rate ziehen.

Problembehandlung: Falls Ihr Mainboard später das neu installierte M.2-SSD nicht als Datenspeicher erkennt, müssen Sie es eventuell manuell im BIOS konfigurieren (benutzen Sie hierzu das Benutzerhandbuch für das Mainboard).

3. SCHRITT: INSTALLIEREN DER CPU-KÜHLUNG

Teile/Werkzeug: Mainboard mit bereits installierter CPU, CPU-Kühler, Wärmeleitpaste, Handbuch des CPU-Kühlers

Es gibt verschiedene Arten von CPU-Kühlern. Wir empfehlen Ihnen, beim Einbau das mit dem Kühler gelieferte Handbuch zu Hilfe zu nehmen, das Ihnen eine genaue Anleitung für die Installation des CPU-Kühlers gibt.

Bei einigen Kühlern wird ein Einbaurahmen benötigt. Auf dem Mainboard kann bereits ein Einbaurahmen vorinstalliert sein, und wenn Ihr CPU-Kühler keinen Einbaurahmen benötigt, müssen Sie diesen entfernen, oder Sie müssen ihn austauschen, falls für den von Ihnen gewählten Kühler ein anderer Einbaurahmen notwendig ist. Tun Sie dies, bevor Sie das Mainboard in das Gehäuse einsetzen.

Bei einigen Kühlern ist die Wärmeleitpaste bereits auf dem leitfähigen Material aufgetragen (das auf die CPU aufgesetzt wird) und bei anderen nicht. Sollte sich auf Ihrem Kühler keine Wärmeleitpaste befinden, müssen Sie diese manuell auftragen, bevor Sie den Kühler aufsetzen. Um die Wärmeleitpaste aufzubringen, drücken Sie ein kleines Stück, das nicht größer als ein Reiskorn sein sollte, in die Mitte der CPU. Anschließend platzieren Sie den Kühler auf der CPU; durch den dabei entstehenden Druck wird die Wärmeleitpaste ausreichend verteilt.

Tipp vom Profi: Bevor Sie die Wärmeleitpaste auf die CPU aufbringen, sollten Sie zuerst ein kleines Stück über einem Stück Papier herausdrücken, um zu verhindern, dass versehentlich ein zu großes Stück herauskommt.

Tipp vom Profi: Wenn der von Ihnen gewählte Kühler bereits mit Wärmeleitpaste versehen ist, Sie aber eine andere Wärmeleitpaste verwenden wollen, können Sie diese mit 90%igem Isopropylalkohol (Reinigungsalkohol) und einem fusselfreien Lappen entfernen – wir empfehlen ein Papiertuch wie Küchenrollen.

Tipp vom Profi: Wenn Sie den Kühler auf dem Mainboard montieren, ziehen Sie die Schrauben über Kreuz an, damit der Druck gleichmäßig verteilt wird. Wenn Sie dies alles ein wenig verunsichert, sehen Sie einfach nochmals in Ihrem Handbuch nach, in dem dieser Ablauf sicher ausführlich beschrieben wird.

Problembehandlung: Sollte die Installation nicht wie vorgesehen ablaufen, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Entfernen Sie die Wärmeleitpaste, wie bereits beschrieben, sowohl von der CPU als auch vom Kühler, tragen Sie sie erneut auf und installieren Sie den Kühler erneut.

4. SCHRITT: ARBEITSSPEICHER (RAM) INSTALLIEREN

Teile/Werkzeug: Mainboard, RAM, Benutzerhandbuch (Mainboard)

Sehen Sie nach, wie viele Steckplätze für RAM-Module auf Ihrem Mainboard vorhanden sind (die meisten haben entweder zwei oder vier). Wenn Sie alle verfügbaren RAM-Steckplätze benutzen, setzen Sie die RAM-Module einfach ein, bis sie einrasten. Sollten Sie nicht alle RAM-Steckplätze benutzen wollen, suchen Sie im Benutzerhandbuch die korrekte Konfiguration heraus und setzen Sie die Speichermodule an entsprechender Stelle ein.

Tipp vom Profi: Die Aussparung zwischen den vergoldeten Kontakten befindet sich nicht in der Mitte. Achten Sie darauf, dass Sie die RAM-Module korrekt im Steckplatz ausrichten und benutzen Sie dazu die Aussparung, um das Modul richtig herum einzusetzen.

Problembehandlung: Obwohl die RAM-Module relativ einfach einzusetzen sind, gelingt dies manchmal nicht beim ersten Mal. Wenn Ihr PC beim ersten Versuch, ihn einzuschalten, nicht startet, sollten Sie zuerst die RAM-Module noch einmal neu einsetzen. Bei einigen Mainboards befinden sich an den Speichersteckplätzen einrastende Riegel, die Sie auch nicht bewegen müssen, was bei der Installation hilft. Alle Mainboards haben mindestens eine unbewegliche Verriegelung, die normalerweise in die Aussparung auf der Seite der RAM-Module einrastet.

5. SCHRITT: (OPTIONAL) TESTLAUF AUSSERHALB DES GEHÄUSES

Teile/Werkzeug: Mainboard mit installierter CPU und CPU-Kühlung, RAM, GPU, Netzteil, Kreuzschlitzschraubendreher, Mainboard-Handbuch, Monitor (an die GPU angeschlossen)

Nachdem Sie die CPU und den CPU-Kühler installiert haben, möchten Sie vielleicht einen schnellen Testlauf durchführen, um sicherzustellen, dass alle installierten Komponenten funktionieren. Dieser Test ist viel einfacher durchzuführen, wenn sich nicht bereits alles im Gehäuse befindet, und Sie können Fehler so auch leichter beheben. Installieren Sie dazu die Grafikeinheit und schließen Sie alles an das Netzteil an (falls Sie nicht wissen, wie man die Grafikeinheit installiert, finden Sie die Anleitung im unteren Abschnitt). Vergewissern Sie sich, dass die Spannungsversorgung mit dem Mainboard und der Grafikeinheit verbunden ist (sowohl die 8-polige Steckverbindung für die CPU als auch die 24-polige Steckverbindung) und starten Sie den Computer.

Einige High-End-Mainboards haben Einschalttaster, die meisten aber nicht. Sollte sich an Ihrem Mainboard kein Einschaltknopf befinden, suchen Sie nach den Pins für den Einschalttaster, das sind zwei kleine Kontaktstifte, die aus farbigen Sockeln ragen. Die Pins für den Schalter sind eventuell als „PWR_ON“ oder ähnlich gekennzeichnet. Überbrücken Sie zum Einschalten des Mainboards die beiden Stifte kurzzeitig mit einem Schraubendreher.

Sie sollten nun erkennen können, ob alle installierten Komponenten funktionieren oder ob es eine Fehlfunktion gibt. Sollte auf dem Mainboard eine LED blinken oder sollten Signale ertönen, heißt dies, dass etwas nicht stimmt. Einige Mainboards haben eine zweistellige POST-Code-Anzeige (POST = Power-On Self Test), die Ihnen bei der Identifikation des Problems hilft. Um herauszufinden, was Ihnen angezeigt wird, sehen Sie im Benutzerhandbuch nach. Falls Ihr Mainboard keine POST-Code-Anzeige hat, schließen Sie einen Bildschirm an den Grafik/Video-Ausgang an und verfolgen Sie , ob Ihr System den POST durchführt bzw. startet und das Logo des Mainboards anzeigt.

Nachdem Sie den Testlauf abgeschlossen haben, schalten Sie das Netzteil aus und warten Sie dann, bis alle LEDs auf dem Mainboard erloschen sind, um sicherzustellen, dass im System keine Restspannung mehr vorhanden ist. Deinstallieren Sie dann die Grafikkarte und entfernen Sie alle Stromversorgungskabel, bevor Sie mit dem nächsten Schritt fortfahren.

6. SCHRITT: NETZTEIL MONTIEREN

Teile/Werkzeug: Netzteil, Gehäuse, Netzteilkabel, Kreuzschlitzschraubendreher PH02

Packen Sie das Netzteil aus bzw. trennen Sie es von den Komponenten, wenn Sie den Testlauf durchgeführt haben, und legen Sie gegebenenfalls die zugehörigen Kabel bereit.

Sehen Sie sich das Gehäuse an, um herauszufinden, wo das Netzteil hingehört (wahrscheinlich unten, nahe der Rückwand) und wie es ausgerichtet werden muss. Im Idealfall wird das Netzteil so ausgerichtet, dass dessen Lüfter nach außen durch eine Öffnung im Gehäuse zeigt und bläst. Sollte sich die Lüftungsöffnung auf der Unterseite des Gehäuses befinden, können Sie das Netzteil auch anders herum montieren, solange durch die Öffnung im Boden ein ausreichender Luftstrom fließen kann, wenn der PC fertiggestellt ist.
Falls das Gehäuse keine Belüftungsöffnungen für das Netzteil hat, montieren Sie das Netzteil so, dass der Lüfter nach oben zeigt, also in das Gehäuse, und achten Sie darauf, dass ausreichend viel Raum bleibt.

Befestigen Sie das Netzteil mit den vier Schrauben am Gehäuse, die im Lieferumfang des Netzteils enthalten sind.

Wenn Sie ein nicht modulares oder teilmodulares Netzteil verwenden, ist es jetzt Zeit, die fest verbundenen Kabel so durch das Gehäuse zu führen, dass sie an ihrem vorgesehenen Endpunkt ankommen. (Nutzen Sie, falls vorhanden, die Befestigungsvorrichtungen für Kabel in Ihrem Gehäuse.)

7. SCHRITT: MAINBOARD INSTALLIEREN

Teile/Werkzeug: Gehäuse, Mainboard, I/O-Abschirmung (falls nicht bereits am Mainboard fixiert), Kreuzschlitzschraubendreher PH02, Schrauben, Handbuch des Mainboards

Wenn Ihr Mainboard mit einer noch nicht angebrachten I/O-Abschirmung geliefert wurde (ein rechteckiges Blech mit Aussparungen für die Anschlüsse des Mainboards), sollten Sie die Abschirmung zuerst auf der Rückseite Ihres Gehäuses einsetzen (achten Sie auf die korrekte Ausrichtung). I/O-Abschirmungen haben meist scharfe Kanten, deshalb sollten Sie vorsichtig hantieren.

Nach dem Anbringen der I/O-Abschirmung können Sie das Mainboard installieren. Überprüfen Sie noch einmal, ob sich alle Kabel an der richtigen Stelle befinden und platzieren Sie dann das Mainboard (zuerst an der I/O-Abschirmung ausrichten). Verwenden Sie nun den Kreuzschlitzschraubendreher PH02, um die erste Schraube in der Mitte anzubringen und so das Mainboard zu fixieren. Achten Sie darauf, dass Sie das Mainboard nicht über die am Gehäuse angebrachten Abstandshalter ziehen.

Die Anzahl der Schrauben, die Sie zur Befestigung Ihres Mainboards benötigen, kann je nach Mainboard variieren, bei einem Full-Size-ATX-Mainboard sind es normalerweise 9 Schrauben. Lassen Sie keine der vorgesehenen Schrauben weg.

Verbinden Sie das Netzteil mit dem Mainboard. Es gibt zwei Hauptanschlüsse – einen 8-poligen CPU-Anschluss im oberen Bereich des Mainboards und einen 24-poligen seitlich.

Tipp vom Profi: Überprüfen Sie vor dem Einbauen des Mainboards, ob die Abstandshalter im Gehäuse angebracht sind. Diese sehen normalerweise aus wie eine Schraubenmutter mit einem Gewinde am Ende. Setzen Sie keine unnötigen Abstandshalter ein.

8. SCHRITT: GRAFIKEINHEIT INSTALLIEREN

Teile/Werkzeug: Mainboard, GPU (Grafikkarte), Kreuzschlitzschraubendreher der Größe PH2, Mainboard-Handbuch

Sehen Sie nach, wo sich auf Ihrem Mainboard der PCIe*-x16-Steckplatz befindet. Es ist der längste PCIe*-Steckplatz und er hat möglicherweise eine andere Farbe als die übrigen. Wenn Ihr Mainboard über mehr als einen PCIe*-x16-Steckplatz verfügt, lesen Sie im Handbuch nach, ob einer dieser Steckplätze Vorrang hat. Wenn jeder Steckplatz verwendet werden kann, bestimmen Sie abhängig davon, wo sich die anderen Komponenten befinden, welchen Sie verwenden wollen, denn Ihr Grafikprozessor benötigt etwas Luft und Platz.

Abhängig vom Gehäuse müssen Sie möglicherweise I/O-Abdeckungen (Slotbleche, die das Gehäuse bei fehlenden Erweiterungskarten verschließen) entfernen, um die I/O-Anschlüsse der Grafikeinheit (HDMI, Display-Port, DVI usw.) aufzunehmen und sie von außen zugänglich zu machen.

Entnehmen Sie die Grafikkarte aus ihrer antistatischen Verpackung und richten Sie sie sorgfältig sowohl an der hinteren Halterung als auch am Steckplatz selbst aus, und drücken Sie sie anschließend vorsichtig in den PCIe*-x16-Steckplatz (dabei hören Sie möglicherweise ein Klicken). Der PCIe*-Clip auf dem Mainboard am Ende des Steckplatzes kann die Karte beim Einstecken verriegeln und muss im Falle, dass Sie die Grafikkarte umstecken müssen, zuerst gelöst werden.

Nachdem die Grafikeinheit vollständig eingesetzt ist, wird sie zur Sicherung mit ein oder zwei Schrauben (je nach Grafikkarte) an der Rückseite des Gehäuses befestigt. Falls Ihre Grafikeinheit einen zusätzlichen Stromanschluss benötigt, verbinden Sie diesen mit dem Netzteil.

9. SCHRITT: MASSENSPEICHER INSTALLIEREN

Teile/Werkzeug: Mainboard, SSD(s), HDD(s), Kreuzschlitzschraubendreher der Größe PH2, Schrauben, Handbuch für das Gehäuse

Schauen Sie sich Ihr Gehäuse an, die Laufwerkschächte sind bei jedem ein wenig anders platziert. Sie sollten irgendwo im Gehäuse übereinander angeordnete Schächte in verschiedenen Größen finden. Eventuell sind sie mit kleinen Kunststoffwippen versehen, in diesem Fall können Laufwerke ohne Verschraubung eingeschoben und verriegelt werden (werkzeuglos) – oder sie sehen einfach wie Metallrahmen aus. Massenspeicher werden im Allgemeinen in zwei Standardabmessungen angeboten – dem 2,5-Zoll-Format (HDDs und SSDs) und dem 3,5-Zoll-Format (HDDs). In den meisten 3,5-Zoll-Laufwerkschächten können auch 2,5-Zoll-Laufwerke eingebaut werden, aber nicht umgekehrt. (Zu einigen 3,5-Zoll-Schächten gehören Einbaurahmen, die zwar nicht für 2,5-Zoll-Laufwerke vorgesehen sind, die aber dennoch 2,5-Zoll-Laufwerke aufnehmen können.) Daneben werden Sie in Ihrem PC-Gehäuse auch breitere Laufwerkschächte (5,25 Zoll) vorfinden; diese sind zum Beispiel für optische Laufwerke bestimmt und befinden sich üblicherweise an der Gehäusefront weiter oben.

Tipp vom Profi: Genaueres darüber, wo sich die Laufwerkschächte befinden und welche Art von Schächten in Ihrem PC-Gehäuse vorhanden sind, können Sie dem Handbuch für das Gehäuse entnehmen.

Falls das Gehäuse Laufwerkschächte für die werkzeuglose Montage hat, befindet sich an jedem ein eigener Kunststoffhebel für die Verriegelung. Nachdem Sie den Hebel geöffnet bzw. entriegelt haben, sollten Sie den Einbaurahmen herausziehen können. Setzen Sie Ihr Laufwerk in den Rahmen ein. In einige 3,5-Zoll-Rahmen können auch 2,5-Zoll-Laufwerke montiert werden. Falls dies möglich ist, müssen Sie das 2,5-Zoll-Laufwerk am 3,5-Zoll-Einbaurahmen festschrauben, damit es sich nicht unkontrolliert verrutschen kann.

Schieben Sie den Einbaurahmen zurück in den Schacht. Er sollte mit einem hörbaren Klicken verriegelt werden, sobald er vollständig eingeschoben wurde.

Sollte es in dem Gehäuse keine werkzeuglosen Laufwerkschächte geben, werden Sie eine große Metallhalterung mit Winkeln (Schienen) und Löchern für die Verschraubung vorfinden. Um ein Laufwerk in einem solchen „Schacht“ einzubauen, müssen Sie es nur zwischen die seitlichen Bleche schieben und festschrauben. Verwenden Sie dazu so viele Schrauben wie im Handbuch des Gehäuses angegeben. Falls Sie nicht ausreichend viele Schrauben haben: bei den meisten Laufwerken reichen bereits zwei Verschraubungen aus.

Wenn alle Ihre Laufwerke montiert sind, verbinden Sie diese mit dem Mainboard (mit einem SATA-Kabel, das entweder mit dem Laufwerk oder dem Mainboard mitgeliefert worden ist) und mit dem Netzteil.

10. SCHRITT: BETRIEBSSYSTEM INSTALLIEREN

Teile/Werkzeug: PC, Monitor, Mause, Tastatur, Betriebssystem auf einem Flash-Datenträger (z. B. USB-Stick)

Nach dem Zusammenbau wird jetzt das Betriebssystem installiert. Sie bestimmen, welches Betriebssystem Sie auf Ihrem PC installieren möchten. Laden Sie das entsprechende Installationsprogramm auf den Flash-Datenträger herunter. Sie können das Installationsprogramm für Windows* 10 hier herunterladen. Falls Sie ein kostenpflichtiges Betriebssystem wie Windows installieren möchten, brauchen Sie einen „Product Key“.

Tipp vom Profi: Erstellen Sie den Betriebssystem-Installer schon im Voraus.

Stecken Sie den Flash-Datenträger mit dem Betriebssystem ein, schließen Sie Monitor, Maus und Tastatur an und schalten Sie den PC ein.

Problembehandlung: Falls der PC überhaupt nicht startet, gibt es eventuell ein Problem mit dem Netzteil.

Problembehandlung: Falls der PC startet, Sie aber auf dem Bildschirm nichts sehen oder der Startvorgang nicht weitergeht, prüfen Sie nach, ob alle Kabel, besonders die Stromkabel, korrekt angeschlossen sind.

Tipp vom Profi: Wenn Sie versuchen, mit Ihrer Tastatur in die BIOS-Einstellungen zu gelangen, dies aber nicht funktioniert, dann liegt dies wahrscheinlich an Ihrer Tastatur. Stellen Sie zuerst sicher, dass die Peripheriekomponenten funktionieren, bevor Sie in Panik geraten.

Die erste Bildschirmanzeige, die Sie zu Gesicht bekommen, wird Ihnen vorgeben, eine Taste zu drücken, um die Systemeinstellungen („das BIOS“) aufzurufen. Drücken Sie die betreffende Taste, um die BIOS-Einstellungen zu öffnen. (Sollte die Bildschirmanzeige zu schnell verschwinden, ohne dass Sie gesehen haben, welche Taste zu drücken ist, sehen Sie im Handbuch des Mainboards nach.)

Als Erstes sollten Sie nachprüfen, ob alle Komponenten installiert sind und erkannt werden. Suchen Sie in der BIOS-Anzeige die Seite mit den Systeminformationen (System Info) Ihres PCs (das BIOS-Setup unterscheidet sich bei den verschiedenen Mainboards, die Seite mit diesen Informationen sollte jedoch leicht zu finden sein) und überprüfen Sie, ob alles, was Sie bisher installiert haben, vom System erkannt wird.

Blättern Sie dann in der BIOS-Anzeige, bis Sie zur Boot-Seite gelangen (kann als „Boot Order“, „Boot Priority“, „Boot-Reihenfolge“ oder ähnlich bezeichnet sein). Ändern Sie die Boot-Reihenfolge in der Weise, dass Ihr Flash-Datenspeicher an erster Stelle steht und das Laufwerk, auf dem Sie das Betriebssystem installieren wollen, an zweiter Stelle. (Wenn Sie ein SSD als Bootlaufwerk verwenden, sollten Sie das Betriebssystem dort installieren.)

Starten Sie den Computer neu. Ihr Computer bootet nun vom USB-Port aus und der Betriebssystem-Installer wird angezeigt. Befolgen Sie die Anleitung, um die Installation abzuschließen.

Problembehandlung: Falls Sie Schwierigkeiten damit haben, vom USB-Datenträger aus zu booten, stellen Sie sicher, dass das Mainboard für die Art der Installation, die Sie durchführen möchten, vorbereitet ist. Die meisten UEFI-fähigen Systeme werden zuerst entsprechend dem UEFI-Partitionsschema booten, bevor sie die „Legacy“-Einstellungen berücksichtigen.

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Eine Änderung der Taktfrequenz bzw. der Betriebsspannung kann den Prozessor oder andere Systemkomponenten beschädigen oder deren Nutzungsdauer verkürzen sowie die Stabilität und Leistung des Systems beeinträchtigen. Wenn der Prozessor außerhalb der für ihn veröffentlichten Spezifikationen verwendet wird, besteht möglicherweise keine Produktgarantie. Weitere Einzelheiten erfahren Sie bei den Herstellern des Systems und der Komponenten.