Im Strudel des Wandels: Die Zukunft der Unterhaltungswelt heißt Sie willkommen

Im zweiten Teil unserer Reihe über das durch den Strudel des Wandels neu entstehende wirtschaftliche Umfeld untersuchen wir den Einfluss umwälzender Technik auf das Gestalten und Konsumieren von Inhalten. Dazu berichten wir über Deadpool, Lady Gaga und die RSC.

Das Wichtigste im Überblick

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    Studios für visuelle Effekte machen sich die Cloud-Technik bereits zunutze, um noch erstaunlichere Inhalte zu kreieren und ihr Können sogar weiter auszudehnen und als Dienstleistung anzubieten.

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    Durch 360-Grad-Wiederholungstechnik, Echtzeit-Motion-Capture und Flugdrohnen verändert sich auch die Art und Weise, wie wir Inhalte wahrnehmen.

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    Auch bei der Royal Shakespeare Company, beim Super Bowl oder bei der spanischen LaLiga wurden völlig neue, bahnbrechende Modelle umgesetzt, die den Zuschauern eine nie dagewesene Sichtweise bieten.

Die Zeit der Preisverleihungen mag nun für ein weiteres Jahr zu Ende gegangen sein, aber die Verleihung der Oscars* hat uns ohne Zweifel wieder einmal in den Bann der Silberleinwand gezogen. Zwischen all dem Glamour und Glitzer der Hollywood-Prominenz glänzte ein weniger gefeierter Star, der nicht nur in der Filmindustrie großen Eindruck hinterlässt: die Digitaltechnik.

Die Veränderungen durch den Einfluss der Digitaltechnik auf die Unternehmenswelt sind eindeutig, sie hat aber auch einen profunden Einfluss darauf, wie wir Unterhaltung gestalten und konsumieren. Intel beschreibt diesen Zustand extremer technischer und wirtschaftlicher Umbrüche als den Strudel des Wandels, der nun seinen Auftritt auf der unstreitig größten aller Bühnen haben wird.

Aber war die Filmindustrie nicht bereits längst soweit? In den letzten zwei Jahrzehnten wurden die Computeranimationen (CGI) und Effekte immer wichtiger und die Kunstfertigkeit hat sich in diesem Bereich ständig weiterentwickelt und an Raffinesse zugenommen. Die fünf Oskar-Nominierungen für die besten visuellen Effekte waren in diesem Jahr im Wesentlichen eine Momentaufnahme des neuesten Stands der Technik, weil die Auszeichnungen den Ideenreichtum und die realistischen Effekte der Teams in der Filmproduktion während der letzten zwölf Monate honorierte. Tatsächlich demonstrierte die Arbeit des diesjährigen Gewinners MPC*, des Teams für visuelle Effekte bei The Jungle Book*, eindrucksvoll das Können, das in diesem Gewerbe steckt. Außergewöhnlich bei diesem Film war, dass sämtliche Aufnahmen in einer Bluebox mit nur einem echten Schauspieler (Neel Sethi, der den Mowgli spielt) gedreht wurden und auch der Dschungel sowie die Tiere als Nebendarsteller computeranimiert waren. 

„Atomic Fiction demonstriert auf geschäftlicher Ebene, wie Pionierarbeit mit neuer Technik ganze Branchen verändern und neue Geschäftsmodelle schaffen kann.“

Licht, Kamera, Cloud ... und Action!

Auch für Atomic Fiction* sind technische Herausforderungen nichts Neues. Das Studio für visuelle Effekte hat eine hauseigene Cloud-Plattform namens ConductorIO* für das Rendern entwickelt, die eine entscheidende Rolle bei der aufregenden Angriffsszene auf der Autobahn am Anfang des Films Deadpool* spielt, der ein Riesenerfolg wurde. Nachdem Atomic Fiction erkannte, dass auch andere Unternehmen Vorteile aus diesem Konzept ziehen könnten, wurde ConductorIO als separate Firma ins Leben gerufen, die Rendering-Dienste in der Cloud anbietet.

„Atomic Fiction demonstriert auf geschäftlicher Ebene, wie Pionierarbeit mit neuer Technik ganze Branchen verändern und neue Geschäftsmodelle schaffen kann“, erläutert Chris Feltham, Business Transformation Strategist bei Intel.

„Unternehmen, bei denen erhebliche Rechenressourcen erforderlich sind, die aber nicht über die finanziellen Mittel für große hausinterne Einrichtungen verfügen oder bei denen die Nachfrage nicht vorhersehbar oder kontinuierlich genug ist, um solche Investitionen zu rechtfertigen, die dann nur herumstehen, können sich die entsprechenden Dienste in der Cloud zunutze machen“, sagt er.

Inzwischen helfen den Filmproduzenten intelligente, vernetzte Tools, die Herausforderungen auf völlig neue Art zu überwinden. So stehen beispielsweise in Action-Filmen oft neue Autos im Mittelpunkt des Geschehens und sie sind, wie die besten Schauspieler, nicht immer verfügbar, wenn sie gerade gebraucht werden. „The Mill“*, ein weiteres Studio für visuelle Effekte, fand für die Probleme mit Fahrzeugen und Standorten eine eigene Lösung, die in Zusammenarbeit mit JemFX*, Performance Filmworks* und Keslow Camera* entwickelt wurde. Das Resultat ist The Mill Blackbird*, ein Stück Technik, das auf den ersten Blick wie ein blankes Auto-Chassis erscheint, in Wirklichkeit aber ein vielseitig anpassbares Grundgerüst eines Fahrzeugs ist. Der Trick dabei besteht darin, dass es am Computer in jedes beliebige Auto verwandelt werden kann, sogar in solche, die es noch gar nicht gibt, und dass diese Computeranimation fotorealistisch ist.

Beim Blackbird-Chassis kann der Bodenabstand eingestellt und die Breite und Länge so justiert werden, dass sie exakt mit den Maßen eines beliebigen Autos übereinstimmt. Der durch einen programmierbaren Elektromotor angetriebene Blackbird kann auch die Vorgänge bei der Gangschaltung, die Beschleunigung und die Federungseigenschaften imitieren. Die maßgeschneiderte AR-Anwendung (erweiterte Realität) der Firma stellt das gewünschte Auto als Computeranimation dar, die live über das tatsächlich vorhandene Gerüst gelegt wird. Während der Fahrt führen die im Blackbird installierten Kameras eine Kombination von HDR-Filmaufnahmen und 3D-Laserscans aus. Mithilfe dieser Daten können laut The Mill leicht 100%ig realistische Animationen der Umgebung des Fahrzeugs nachgebildet werden, und dieselben Daten können für VR-Anwendungen verwendet werden.

„Dieses Projekt stellt eine neue Methode dar, ein am Aufnahmeort nicht tatsächlich vorhandenes Auto zu ‚filmen‘, dabei aber über den spezifischen Einzelfall hinauszugehen – und es ist Zeichen eines faszinierenden Wandels unserer Nutzung von Ressourcen. In diesen Fall könnte das digitale Objekt – also das Modell des Autos – den Wert des richtigen Fahrzeugs sogar wesentlich übertreffen. Diese ‚Verdatung‘ der analogen Welt könnte der Beginn einer Bibliothek mit digitalen Objekten sein, die Unternehmen dazu nutzen könnten, neue Dienste bzw. Erlebnisse für Kunden zu entwickeln und neue Geschäftsmodelle zu schaffen und dies nicht nur in der Unterhaltungsbranche“, fährt Feltham fort.

Flugdrohnen, Echtzeit-Motion-Capture und 360-Grad-Wiederholung von Spielszenen sind keine Zukunftsmusik mehr.

Natürlich ist es nicht nur die Filmindustrie, die von den Vorteilen der neuen Technik profitiert. Die Kunden erwarten heutzutage unabhängig davon, ob sie neue Artikel, Fernsehsendungen, Spiele oder Sportveranstaltungen konsumieren, dass sie jederzeit und überall mit verschiedenen Geräten auf Inhalte zugreifen können.

In den letzten zwölf Monaten gab es zahlreiche herausragende Anwendungen der Digitaltechnik in verschiedenen Unterhaltungsbereichen. Falls Sie sich dieses Jahr den Super Bowl 51* angesehen haben, sind Ihnen sicher viele technische Innovationen aufgefallen. Intel® Shooting Star™ Drohnen zogen während der „Pepsi* Zero Sugar“-Super-Bowl-Halbzeit-Show eine Menge Aufmerksamkeit auf sich, als eine Flotte von 300 Drohnen die Zuschauer zu Beginn von Lady Gagas Auftritt mit atemberaubenden Projektionen verzauberte. Für Event-Veranstalter bietet die Technik der Multikopter-Drohnen umfangreiche Geschäftsmöglichkeiten. Dass die Multikopter programmierbar und wiederverwendbar sind, macht sie herkömmlichen Aktionen, wie beispielsweise einem Feuerwerk, deutlich überlegen. Diejenigen Veranstalter, die diese digitalen Tools nutzen, haben gute Chancen, ihre angebotenen Dienste und damit ihr Geschäft auszubauen.

Digitaltechnik war beim Super Bowl auch auf dem Spielfeld ein bedeutendes Thema. FOX Sports*, der offizielle Fernsehsender für den Super Bowl, stellte die Funktion „Be the Player*“ vor. Dank diesem Feature kannten die Fans die Vorgänge – im Gegensatz zu herkömmlichen Weitwinkelwiederholungen – so sehen, wie sie der Spieler in der Hitze des Gefechts sieht. Die einzigartige Perspektive wurde mithilfe der Aufnahmen von 38 Super-Motion- und 4K-Kameras, die rund um das Spielfeld installiert waren, zum Leben erweckt. Ein riesiges Aufgebot an Intel-Verarbeitungskapazität sorgte für die Verarbeitung der Daten und erstellte durch Hinzufügen einer „virtuellen Kamera“ eine 3D-Momentaufnahme aus der Sicht des Spielers. Es dauerte annähernd 2 Minuten, 15 – 30 Sekunden lange Wiederholungen zu erstellen. Diese Technik wird auch von der NBA*, MLB* und LaLiga* verwendet.

Auch jenen, die eher traditionellen Vergnügen als Sportveranstaltungen zugeneigt sind, bietet die Digitaltechnik ein neues Zuschauererlebnis. Die kürzlich von der Royal Shakespeare Company* (RSC) gezeigte Produktion des Stücks „Der Sturm“ besticht mit einem Avatar auf der Bühne, durch den der Schauspieler, der die Rolle des Luftgeistes Ariel mimt, sich während der Aufführung in eine Wassernixe, anschließend in eine Hyäne und wieder zurück in einen Geist verwandeln kann. Was diese digitale Projektion so einzigartig macht, ist, dass all dies in Echtzeit geschieht.

Bei einigen Szenen trägt der Schauspieler eine am Kopf montierte Kamera, die mithilfe des Gesichtserkennungssystems der Imaginarium Studios* sein Mienenspiel in Echtzeit auf das Gesicht der Hyäne übertragt, was der Aufführung noch mehr Realität verleiht. „Während sich Motion-Capture längst etabliert hat, ist das Konzept der Verarbeitung aller Daten in Echtzeit ein gigantischer Sprung nach vorne. Denn dies erfordert erhebliche Rechen- und Verarbeitungsleistung, die bislang einfach nicht zur Verfügung stand oder zumindest nicht in einem Format, das hinter der Bühne in einem Theater wie The Globe hätte untergebracht werden können“, meint Feltham.

Mit den wachsenden Rechenkapazitäten sind wir vielleicht nur einige Jahre von kompakten Motion-Capture- und CGI-Rendering-Farmen entfernt, die neben den Lichtmischpulten der Theater Platz finden. Aus der unternehmerischen Perspektive könnte diese stärkere Fokussierung auf digitale Ressourcen tiefgreifende Auswirkungen auf das Ressort der Kostümbildner haben. Anstatt Kostüme herzustellen und den Bestand zu pflegen, könnten die Schneiderinnen damit beschäftigt sein, Bewegungssensoren in die Kleidung zu nähen oder gelegentlich Firmware-Updates bei der Technik für die Bewegungserfassung durchzuführen. Vergleichbar mit dem Aufkommen von Nähmaschinen während der ersten industriellen Revolution, passen sich vielleicht jene mit Nadel und Faden Bewaffneten schneller als die meisten anderen an die vierte industrielle Revolution an.

Versäumen Sie auch nicht den nächsten Beitrag aus unserer Reihe, in dem wir den Schwerpunkt auf die bevorstehenden Veränderungen durch 5G legen.

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